Die US-Präsidenschaftskandidaten John McCain (l.) und Barack Obama stellen die Wähler vor Rätsel
Obama auf der Suche nach griffigen SlogansNun aber das: Einen Tag vor dem ersten Fernsehduell der beiden Kandidaten, vor einer Institution der amerikanischen Wahlkämpfe, dem direkten Showdown, versammeln sich die Kontrahenten in dem Haus, um das sie erbittert ringen.
Mehr noch: Der eine, John McCain, schlägt vor, die TV-Debatte doch bitte abzublasen. Das Land steht vor gewaltigen Problemen, Schluss mit dem Streit. Es gibt sogar eine gemeinsame Erklärung der Wahlkampfteams: "Dies ist die Zeit, das Interesse des Landes über parteipolitische Interessen zu stellen. Wir dürfen keine Wirtschaftskatastrophe riskieren." In diesen Tagen, scheint es, sind alle Präsidentschaftskandidaten Amerikaner.
Die Finanzkrise, die sich mit aller Wucht endgültig als das alles überragende Thema festgesetzt hat, hat Obama neuen Auftrieb gegeben. Auf der "Main Street", der Hauptstraße der amerikanischen Durchschnittskleinstadt, ist sein Kurs an jedem Tag gestiegen, an dem die Kurse an der Wall Street fielen. Dafür musste er im Grunde nichts tun: In diesen Tagen reicht es, Demokrat zu sein und in Washington die Opposition gestellt zu haben. Ausschlachten und absetzen - das wäre das Gebot der Stunde gewesen. Einen griffigen Slogan wie Bill Clinton in den 90er-Jahren - "It's the economy, stupid"- hat Obama allerdings noch nicht gefunden.