Bilderserie
Bilderserie: Fackellauf mit Hindernissen
Schmitt hat mit dem Regime in Peking und dessen Menschenrechtsverletzungen gar nichts am Hut. Im Gegenteil: Sie ist hier, weil sie so viel Gutes tut.
Der Elektronikkonzern
Samsung , einer der Sponsoren des Fackellaufs, hat die 50-Jährige wegen ihres Einsatzes für andere Menschen ausgewählt: Weil sie seit 16 Jahren für die Freiwillige Feuerwehr des 3400-Seelen-Dorfs Cardignan Dienst leistet, weil sie seit 32 Jahren alle zwei Monate Blut spendet, weil sie jeden Tag nach der Arbeit dreieinhalb Stunden lang ihre todkranke Mutter pflegt. "Es ist die Belohnung für all das, was sie mitgemacht hat", sagt ihre Zwillingsschwester Sylvie. Und einen schöneren Lohn kann es für eine Sportnärrin wie Edith Schmitt kaum geben. Sie hat selbst jahrelang Handball gespielt, davon geträumt, selbst einmal zu Olympia zu fahren. Gereicht hat es für sie nie. Aber jetzt hat sie das olympische Feuer in ihrer Hand - mit zwei Stunden Verspätung.
Schon kurz nach das Start am Eiffelturm muss die Polizei einschreiten. Zuvor hat ein Mitglied der Grünen Partei versucht, die Fackel dem ersten Träger zu entreißen, dem früheren 400-Meter-Hürden-Sprinter Stephane Diagana. Diagana hat sich den Protesten angeschlossen und trägt bei dem Lauf ein Band mit der Aufschrift "Für eine bessere Welt".
Beamte gehen dazwischen, bringen die Flamme in einem Bus in Sicherheit. Doch dort - welch Blamage - geht das Feuer aus. Aus technischen Gründen, wie ein Sprecher sagt. Nach einigen Minuten wird die Fackel mit einer Laterne, dem Mutterlicht, wieder entzündet. Nicht zum letzten Mal an diesem Tag. Immer wieder müssen die Beamten die Flamme im Bus verstecken, wenn Demonstranten herandrängen, wenn sie mit Feuerlöschern anrücken, gleich vier Mal erlischt während der Rettungsversuche das Feuer, die 28 Kilometer Strecke bis zum Stadion sind eine einzige Demütigung Chinas. "Boykottiert chinesische Waren" und "Rettet Tibet" steht auf den Spruchbändern am Rand des Weges.