FTD.de » Politik » International » Politische Filmförderung à la Hollywood

Merken   Drucken   24.09.2007, 21:25 Schriftgröße: AAA

Agenda: Politische Filmförderung à la Hollywood

Hollywood will die Republikaner aus dem Weißen Haus vertreiben. Nie zuvor haben Schauspieler und Produzenten die demokratischen Präsidentschaftskandidaten mit derart viel Spendengeldern unterstützt. Zugleich treiben die Stars Amtsinhaber George W. Bush mit kritischen Filmen in die Enge. von Sabine Muscat (Hollywood)
Wenn George Clooney seine Anerkennung für den demokratischen Präsidentschaftskandidaten ausdrückt, klingt es manchmal wie Anbetung. "Er tritt in die Welt und raubt einem den Atem", schwärmte der smarte Hollywood-Schauspieler vor wenigen Wochen auf dem Filmfest in Venedig. Barack Obama habe für ihn "die Aura eines Rockstars".
Das liberale Hollywood läuft sich warm für die ...   Das liberale Hollywood läuft sich warm für die Entscheidungsschlacht im nächsten Jahr
Und so war Clooney selbstverständlich auch dabei, als Talkshowkönigin Oprah Winfrey Obama zu Ehren Mitte September auf ihrem Anwesen in der Nähe von Santa Barbara in Kalifornien den "Fundraiser of the Year" organisierte, die Spendengala des Jahres. Eintritt musste Clooney nicht bezahlen, um bei Mini-Burgern, Maiskolben und Eistee Stevie Wonder zu lauschen. Die vom Gesetz erlaubte Höchstspende von 2300 $ hatte er schon längst auf das Konto der Obama-Kampagne überwiesen. Schauspieler Will Smith und Ex-Model Cindy Crawford waren ebenso unter den 1500 geladenen Gästen wie Actrice Halle Berry, die erst kürzlich beim Einkaufen mit einem T-Shirt fotografiert worden war, das die Aufschrift "Obama for Change" trug, Obama für den Wechsel.
Das liberale Hollywood läuft sich warm für die Entscheidungsschlacht im nächsten Jahr. Nach der Schlappe 2004 soll es diesmal klappen. Diesmal, so der Plan, müssen die Republikaner aus dem Weißen Haus im fernen Washington vertrieben werden. Die Branche ist die Zwischenrufe aus Washington leid, die sich über Gewalt, Sex und mangelnden Patriotismus in den Produktionen mokieren. Und sie lässt ihre Muskeln spielen: Vor der Präsidentschaftswahl 2004 flossen 69 Prozent der Spenden aus der Unterhaltungsindustrie an die Demokraten. Dieses Mal wird das Ungleichgewicht voraussichtlich noch deutlich größer sein.
Barack Obama, der demokratische Senator aus Illinois, will ...   Barack Obama, der demokratische Senator aus Illinois, will US-Präsident werden
Jüngere Stars stehen auf Obama
Obama ist unter den Demokraten der unbestrittene Favorit in der Welt des Glamours. Vor allem die jüngeren Stars, die die Massen in die Kinos locken, gehören zum Obama-Lager. Eine Spendengala, die das mächtige Hollywood-Trio aus dem Regisseur Steven Spielberg, Produzent Jeffrey Katzenberg und Musikmogul David Geffen im Februar für Obama organisiert hatte, erleichterte dem Senator aus Illinois den Start. Die Unterstützung der afroamerikanischen Entertainerin Winfrey ("Obama ist mein Mann!") wiegt ebenfalls schwer: Nach einer Gallup-Umfrage gilt sie als einflussreichste Frau in den USA - direkt nach Hillary Rodham Clinton.
Die demokratische Rivalin setzt alles daran, ihren Vorsprung bei den Gesamtspenden zu verteidigen. Laut einer Statistik des Center for Responsive Politics lag Clinton bis Ende Juli in der Branche Fernsehen/Film/Musik mit 1,5 Mio. $ knapp vor Obama, der 1,36 Mio. $ eingesammelt hatte. Die Favoritin kann nicht über Mangel an Unterstützung aus Hollywood klagen: Bei ihrem Auftritt im Haus des Ex-Basketballspielers Earvin "Magic" Johnson, versammelte sich jede Menge Hollywood-Prominenz. Schauspielerin Liz Taylor hat sich schon früh zu Hillary Clinton bekannt, die Musiklegende Quincy Jones sowie Medienmogul Haim Saban halten ihr ebenfalls die Treue - und zahlen für die Kandidatur ihre Beiträge.
Doch diesmal geht es nicht nur ums Geld. Deutlicher als je zuvor wenden sich die Stars mit politischen Botschaften an die Wähler. Sie machen sich Sorgen über das angekratzte Image ihres Landes, über den Krieg im Irak und über den Klimawandel und beziehen öffentlich Stellung: "Mein Geld wird keinen Unterschied machen", sagte Talklady Winfrey kürzlich in einem CNN-Interview mit Larry King. "Meine Wertschätzung für ihn ist wahrscheinlich mehr wert als jeder Scheck, den ich unterschreiben könnte." Die afroamerikanische Medienzarin galt früher als politisch zurückhaltend - Obama ist der erste Präsidentschaftskandidat, den sie offen unterstützt.
Andere Stars wollen sich in dieser Phase noch auf keinen Kandidaten festlegen und verteilen ihre Gunst gleichmäßig. Die Schauspielerin Barbra Streisand hat jeweils 2300 $ an Clinton, Obama und den Drittplatzierten John Edwards überwiesen - Hauptsache Demokrat. Steven Spielberg unterstützt gar vier demokratische Kandidaten gleichzeitig.

Teil 2: Fülle von politischen Filmen

  • Aus der FTD vom 25.09.2007
    © 2007 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  

Den Parameter für die jeweilige Rubrik anpassen: @videoList
  • Massaker in Syrien: Russen, bewegt euch endlich!

    Russland stand bisher fest an der Seite des Assad-Regimes. Ob mit Waffen oder mit politischer Rückendeckung, Syrien konnte auf die Russen zählen. Das sollte Moskau schleunigst ändern. mehr

  •  
  • blättern
Tweets von FTD.de Politik-News

Weitere Tweets von FTD.de

  26.05. Der Test zu Pfingsten Kennen Sie sich mit Feiertagen aus?

Wann gilt ein bundesweites Tanzverbot? Existiert ein offizieller Vatertag? In Deutschland gibt es viele gesetzliche und kirchliche Feiertage: Was wissen Sie darüber?

An welchem Feiertag gilt ein gesetzliches Tanzverbot in Deutschland?

Der Test zu Pfingsten: Kennen Sie sich mit Feiertagen aus?

Alle Tests

FTD-Wirtschaftswunder Weitere FTD-Blogs

alle FTD-Blogs

Newsletter:   Newsletter: Eilmeldungen Politik

Ob Regierungsauflösung oder Umfragehoch für die Linkspartei - erfahren Sie wichtige Politik-Nachrichten, sobald sie uns erreichen.

Beispiel   |   Datenschutz
 



DEUTSCHLAND

mehr Deutschland

EUROPA

mehr Europa

INTERNATIONAL

mehr International

KONJUNKTUR

mehr Konjunktur

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote