Wayne Rooney
Vorbehalte der EngländerIn Manchester sieht man über den sportlichen Erfolg der Buccaneers hinweg. Hier ist Fußball eine Religion und Glazer ein Amerikaner - und die verstehen bekanntlich nicht viel von dem Spiel. "Er ist ein Yank und war noch nie in Old Trafford, was weiß der denn?", erregt sich ein Mann im Trikot mit der Nummer acht, wie es Wayne Rooney, der neue Fußballgott des Klubs trägt. "Er will mit uns nur Geld verdienen", vermutet ein weiblicher Fan.
Niemand scheint den Motiven des Milliardärs zu trauen. Die Blätter nennen ihn "Leprechaun", nach dem kleinen rothaarigen Kobold aus der irischen Mythologie, der den Menschen immer böse Streiche spielt und am Fuße des Regenbogens Unmengen von Gold vergraben hat. Rothaarig und klein ist Glazer tatsächlich. Doch was will er mit seinem Schatz tun? Die Fans sind misstrauisch. In Florida hat Glazer die Eintrittspreise für die Spiele der Buccaneers nach seinem Einstieg drastisch erhöht. Bei einer ähnlichen Preispolitik, rechnen Experten vor, müsste die Eintrittskarte fürs Old Trafford etwa 90 Euro kosten. Das würde die ManU-Fans auf die Barrikaden treiben.
Glazers Lebenslauf vermag die Vorbehalte der Engländer kaum zu entkräften. Der Amerikaner, dessen Vermögen von der Zeitschrift "Forbes" auf 1 Mrd. $ geschätzt wird, steht für den amerikanischen Traum. Der 76-Jährige gehört zu der Generation der Existenzgründer, die durch harte Arbeit und finanzielles Geschick ein Vermögen machten: Mit acht Jahren hilft Glazer bereits seinem Vater in einer kleinen Uhrwerkstatt in Rochester, New York, aus. Mit 15, nachdem der Vater an Krebs gestorben ist, übernimmt er das Geschäft und baut es langsam aus.