Teile einer Windkraftanlage liegen vor ihrem Aufbau auf einer Windenergiefarm im US-Bundesstaat Utah
Doch ausgerechnet jetzt, wo die Energiewirtschaft Amerikas vor einem historischen Neuanfang steht, drohen deutsche Hersteller den Anschluss zu verlieren. Dabei haben die hiesigen Anlagenbauer als Pioniere der Windkraft ihre Komponenten bereits vor Jahren mit satten Renditen nach Amerika verkauft. Ihre Qualität und ihre führende Technologie boten ihnen trotz hoher Preise gute Chancen am Markt. Nun aber zögern viele der oftmals mittelständischen Unternehmen, den nächsten Schritt zu tun. Sie lassen sich von noch unklaren Rahmenbedingungen oder der lokalen Konkurrenz schrecken. Statt die Krise zu nutzen, um eigene Niederlassungen in Amerika aufzubauen, warten die Deutschen erst einmal ab. "Der US-Markt wird ein wesentlicher Wachstumstreiber sein", sagt Ralf Bischof, Geschäftsführer des Bundesverbands für Windenergie. "Doch es besteht die Gefahr, dass den Deutschen der Zug in den USA davonfährt."
Mit kräftiger Unterstützung aus Washington bieten Bundesstaaten wie North Dakota, Texas und Kalifornien derzeit besonders gute Chancen auf Wachstum. Insgesamt 65,7 Mrd. $ will Präsident
Barack Obama in den Ausbau erneuerbarer Energien stecken: das größte Cleantech-Förderprogramm aller Zeiten. Nach dem Krisenjahr 2009 bereitet sich die Energiebranche in den USA für das kommende Jahr wieder auf Wachstum vor. "Wir erwarten, dass die Nachfrage nach Windrädern in den USA ab 2010 anzieht, vor allem in der zweiten Jahreshälfte", sagt auch Per Hornung Pedersen, Chef des deutschen Windmühlenbauers
Repower . Mit großen Investitionen hält sich sein Unternehmen, das mittlerweile zum indischen Windkonzern Suzlon gehört, dennoch zurück - man habe zu wenig verlässliche Informationen über die Marktentwicklung.