Das politische Klima in China hat sich spürbar verschlechtert. Das zeigt auch die Willkür gegen den Künstler und Regimekritiker Ai Weiwei. Erstmals gibt das Regime einen konkreten Tatvorwurf bekannt.
Der chinesische Gegenwartskünstler Ai Weiwei
Die chinesische Polizei sagte am Freitag, die Firma des Künstlers und politischen Aktivisten Ai Weiei habe eine "große Summe" an Steuern hinterzogen. Die Bejing Fake Cultural Develompent Ltd. soll zudem absichtlich Belege über die Buchführung zerstört haben. Dies berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Die Polizei teilte weiter mit, Ais Recht, Menschen zu treffen, die mit ihm zusammen gewohnt hätten, sei gesichert. Ai hatte vergangenen Sonntag seine Frau erstmals wieder sehen dürfen.
Der Regimekritiker Ai war am 3. April am Flughafen Peking festgenommen worden. Sein derzeitiger Aufenthaltsort ist nicht bekannt. Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums hatte bereits vor etwa einem Monat engedeutet, dass Ai wegen Steuerdelikten festgehalten wird. Die Familie des Künstlers wirft der Pekinger Regierung vor, ihn wegen seiner Menschenrechtsaktivitäten und seiner Kritik an der Regierung unter Druck zu setzen. Weltweit haben sich Politiker, Künstler und Intellektuelle für seine Freilassung eingesetzt.
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