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17.12.2009, 07:48
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Akute Krise:
China skeptisch über Gipfelabschluss
Die chinesische Delegation spricht von einem aus der Luft gegriffenen Text für eine Klimaschutzvereinbarung - und wirft Gastgeber Dänemark mangelnde Transparenz vor. Der Klimagipfel könnte mit einer kurzen Erklärung enden.
Der Kopenhagener Klimagipfel steckt unmittelbar vor dem Abschluss in einer akuten Krise. laut dem dänischen Rundfunk am Donnerstagmorgen verweigerten China und Brasilien in der Nacht die Fortsetzung informeller Verhandlungen über einen Vertragstext für das angestrebte Klimaabkommen. Am heutigen Donnerstag wird auch Bundeskanzlerin Angela Merkel in Kopenhagen erwartet.
Mehrere Vertreter von Entwicklungsländer erklärten vor dem ergebnislosen Abbruch der nächtlichen Verhandlungen, sie fühlten sich übergangen und könnten in weiteren Gesprächen keinen Sinn sehen. Die dänische Präsidentschaft konnte vor diesem Hintergrund auch kurz vor dem vorletzten Verhandlungstag immer noch keinen Entwurf für Klimaabkommen vorlegen. Er war ursprünglich bereits für das Wochenende angekündigt und soll Grundlage für die Schlussphase mit 120 Staats- und Regierungschefs am Donnerstag sowie Freitag sein.
Chinas Chefunterhändler Su Wei äußerte Zweifel an einem positiven Abschluss des Gipfels, führte dafür die Absicht der Gastgeber an, einen Entwurf für ein Klimaabkommen schon am Donnerstag in Umlauf zu bringen. "Man kann nicht einfach einen aus der Luft gegriffenen Text vorlegen", wurde Su in Peking von der staatlichen Agentur Xinhua zitiert. Und die Verbreitung dieses Textentwurfs vor eingehenden Beratungen würde einen erfolgreichen Abschluss in Kopenhagen "sehr gefährden".
Verhandlungsführer aus Brasilien, China, dem Senegal und dem Sudan kritisierten offen die dänischen Gastgeber, denen sie mangelnde Transparenz und geheime Absprachen vorwarfen. Die Gruppe der Entwicklungsländer G77, vor allem aber auch aufstrebende Volkswirtschaften wie China und Brasilien warfen Dänemark zudem Einseitigkeit zugunsten der Industriestaaten vor.
Barack Obama bemüht sich um Klimagipfel
In Washington bemühte sich unterdessen US-Präsident Barack Obama vor seinem Abflug nach Kopenhagen um ein greifbares Ergebnis des Weltklimagipfels. In Telefonaten mit seinem brasilianischen Kollegen Luiz Inacio Lula da Silva und dem Premier der Karibikinsel Grenada, Tillman Thomas, versuchte Obama nach Angaben des Weißen Hauses, "ein positives Ergebnis in Kopenhagen voranzubringen". Der US-Präsident sprach sich für eine Einigung bei dem Gipfel aus. Allerdings müssten Kontrollmechanismen vereinbart werden, um die Einhaltung von Emissionsgrenzen zu überwachen.
Immer mehr Spitzenpolitiker wie der britische Premierminister Gordon Brown und der norwegische Ministerpräsident Jens Stoltenberg äußerten sich wegen der Verzögerungen und fehlender Fortschritte bei den Gesprächen skeptisch über die Erfolgsaussichten.
Teil 2: Warum zwei unterschiedliche Abkommen enstehen können
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FTD.de, 17.12.2009
© 2009 Financial Times Deutschland,
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