"Die Situation im Irak als Bürgerkrieg zu bezeichnen, schönt das frühere Regime, das für seine Verbrechen gegen die Menschlichkeit bekannt ist", sagte al-Maliki in Bagdad im Hinblick auf die Herrschaft des früheren Staatschefs Saddam Hussein.
Annan hatte zuvor in einem BBC-Interview gesagt: "Als wir vor einigen Jahren die Kämpfe im Libanon und anderswo hatten, nannten wir das einen Bürgerkrieg. Dies hier ist viel schlimmer." Er stimmte der Einschätzung zu, dass das Leben für normale Iraker inzwischen schlimmer sei als zu Zeiten Saddam Husseins.
Das zu sagen sei "zynisch und gefährlich", sagte der CDU-Außenpolitiker Eckart von Klaeden der "Bild"-Zeitung. Sein SPD-Kollege Hans-Ulrich Klose empfahl Annan, die Lage aus dem Blickwinkel eines Saddam-Opfers zu betrachten. Der FDP-Außenexperte Wolfgang Gerhardt nannte den Vergleich "schlicht indiskutabel".
Inzwischen bat der einflussreiche Schiitenführer Abdul Asis al-Hakim hat US-Präsident George W. Bush, die amerikanischen Truppen vorerst nicht aus dem Irak abzuziehen. Nach einem Treffen mit Bush im Weißen Haus sagte er, sie müssten die irakischen Sicherheitskräfte in die Lage versetzen, den Terrorismus selbst bekämpfen zu können.
"Der Irak sollte in der Lage sein, die Probleme des Iraks zu lösen", sagte er nach dem Gespräch. Sein Land begrüße auch die Hilfe anderer Staaten, auch aus dem Nahen Osten, doch dürften sie nicht den politischen Prozess im Irak umgehen.
Bush sagte, man habe über die Notwendigkeit gesprochen, der irakischen Regierung so schnell wie möglich die Mittel dafür zu verschaffen. Er zeigte sich unzufrieden über die Eskalation der Gewalt im Irak. Die USA seien mit den Fortschritten bei den Bemühungen um ein Ende des Blutvergießens nicht zufrieden, sagte der Präsident, der das Gespräch mit al-Hakim als sehr konstruktiv bezeichnete. Er habe dem schiitischen Politiker und Ministerpräsident al-Maliki die weitere Unterstützung der USA zugesichert.