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Merken   Drucken   05.12.2008, 14:47 Schriftgröße: AAA

Amerika in der Krise: Größter US-Jobabbau seit 1974  

Seit Monaten befinden sich die USA in der Rezession. Die Arbeitslosenquote ist inzwischen so hoch wie zuletzt in den frühen 90er-Jahren. Im November wurden so viele Stellen abgebaut wie seit 34 Jahren nicht mehr. von Tobias Bayer (Frankfurt)
Der US-Wirtschaft droht 2009 die höchste Arbeitslosigkeit seit der Rezession in den Jahren 1981 bis 1982. Damals erreichte die Arbeitslosenquote in der Spitze 10,8 Prozent. Volkswirte gehen davon aus, dass im kommenden Jahr acht bis neun Prozent erreicht werden könnten. "Eine weltweite Rezession ist nun nicht mehr abwendbar. Die Wirtschaft aller wichtigen Industrieländer wird schrumpfen. In den USA deutet vieles auf eine Arbeitslosenquote von neun Prozent hin", prognostizieren die Experten des niederländischen Finanzkonzerns ING.
Aufschluss über die weitere Entwicklungen gab der US-Arbeitsmarktbericht, der am Freitag veröffentlicht wurde. Demnach gingen im November 533.000 Stellen verloren. Das ist weit mehr als erwartet: Analysten hatten mit einem Abbau von "nur" 333.000 Jobs gerechnet. Die Arbeitslosigkeit legte von 6,5 auf 6,7 Prozent zu. Die Zahlen für September und Oktober wurden nach unten revidiert. In den beiden Monaten wurden demnach 199.000 Stellen mehr abgebaut als ursprünglich gedacht. "Der Abschwung der US-Wirtschaft hat sich wirklich beschleunigt", sagte Julia Coronado, Volkswirtin bei Barclays Capital. "Die Situation auf dem Arbeitsmarkt verschlechtert sich dramatisch. Über alle Branchen hinweg werden Jobs abgebaut."
Die Börsen reagierten negativ. Der Dax fiel um vier Prozent auf 4379 Punkte. Der Bund-Future legte trotz dieser enttäuschenden Zahlen kaum zu. In einer ersten Reaktion sprang er zwar auf 124,29, allerdings notierte er später wieder unterhalb von 124 Zählern. Der Euro stieg auf 1,2735 $, musste die Gewinne aber wieder abgeben. Der Ölpreis fiel um drei Prozent auf 42,30 $. "Die Zahlen verdeutlichen, dass die US-Wirtschaft immer stärker in die Rezession rutscht. Der Konsum des laufenden Quartals dürfte sich angesichts dieser Entwicklung sehr schwach präsentieren", sagte Ulrich Wortberg, Renten- und Devisenstratege der Helaba.

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