Mutter des zweiten Mädchens sei eine 31-jährige lesbische Frau aus den Niederlanden, sagte die Direktorin des Unternehmens Clonaid, Brigitte Boisselier, der BBC am Sonntag. Clonaid gehört zur Sekte der Raelianer, die an Ufos glaubt und dass die Menschheit durch Außerirdische erschaffen wurde.
Boisselier kündigte außerdem die Geburt dreier neuer Klonbabys bis Ende Januar an. Allerdings stehen bislang ebenso Beweise für die Existenz der zwei Säuglinge aus, wie dafür dass sie geklont sind.
Boisselier hatte am zweiten Weihnachtstag die Geburt von Baby "Eve" mitgeteilt und versprochen binnen acht bis neun Tagen den Nachweis für das Klonen zu liefern. Nun heißt es, die Eltern seien dazu noch nicht bereit. Ein US-Anwalt will einen Gentest an dem Baby gerichtlich erzwingen, weil die Eltern bei dem angeblichen Klonen des Kindes genetische Schäden bewusst in Kauf genommen hätten. Mit einem Vergleich der Erbsubstanz, einer Routine-Prozedur, können Genetiker zweifelsfrei nachweisen, ob ein angeblich geklontes Baby tatsächlich das genetische Ebenbild der Mutter oder des Vaters ist.
Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) sagte der "Bild am Sonntag", die Nachricht von der Geburt des angeblich ersten geklonten Babys habe sie erschüttert. "Unabhängig davon, ob die Meldungen zutreffen, verletzt allein der Versuch, mit den technischen Möglichkeiten des Klonens genetisch identische Menschen herzustellen und zur Welt zu bringen, die Würde des Menschen." Die Union will im Bundestag ein weltweites Klonverbot vorschlagen. Ein entsprechender Antrag solle noch in diesem Monat verabschiedet werden, sagte Unionsfraktionsvize Maria Böhmer der "Welt am Sonntag".
Die Klonverfechter stoßen aus ethischen und medizinischen Gründen auf heftige Kritik. Die meisten Klontiere sterben im Mutterleib oder nach der Geburt. Nach Ansicht von Experten ist es nicht sehr wahrscheinlich, dass es Clonaid tatsächlich gelungen ist, einen Menschen zu klonen, schon weil die Technik sehr kompliziert ist.