Denn die Gouverneurin des nördlichsten US-Bundesstaats hat als Vizekandidatin des Republikaners McCain Seiten offenbart, die ihre Landsleute nicht kannten.
"Wird sie die alte Palin sein, eine Populistin, die mit Demokraten zusammenarbeitete, um Gesetze durchzubringen, oder wird sie die scharfe Parteipolitikerin aus der nationalen Kampagne sein?", fragte die "Anchorage Daily News".
Alaska ist eine Hochburg der Republikaner, in der selbst der letzte Woche wegen Korruption verurteilte Senator Ted Stevens bei der Wahl seinen Sitz verteidigen konnte. Doch wird der Konservatismus in Alaska von Werten wie Freiheitsliebe und Eigenverantwortung geprägt. Der religiöse Fanatismus und die ideologische Intoleranz der christlichen Rechten in der US-Mitte und im Süden wirken dort befremdlich. Genau diese Züge aber betonte die evangelikale Christin Palin gegen Ende im Wahlkampf - angefeuert von der Begeisterung, die sie bei diesen Wählern ausgelöst hatte. "Sie wird Probleme haben in Alaska, dort haben viele jetzt ein anderes Bild von ihr als vor drei Monaten" sagte Larry Persily, ein ehemaliger Palin-Mitarbeiter. Die Zustimmungswerte der Gouverneurin sind während des Wahlkampfs von über 80 Prozent um fast 20 Prozentpunkte gefallen. Doch viele glauben, dass es der Gouverneurin nicht mehr um Alaska geht. In einer Republikanischen Partei, die sich nach der Wahlniederlage des moderaten McCain konservativ neu ausrichten könnte, könnte sie eine wichtige Rolle spielen. Auch eine eigene Präsidentschaftskandidatur im Jahr 2012 hat Palin bisher nicht ausgeschlossen. Ob die Partei sie dafür aufstellt, werden die Vorwahlen zeigen. Doch zuerst muss Palin nach Alaska zurück - wo sie am Wahltag klarstellte, dass ihre Rolle in der Politik, egal ob lokal oder national, eine "einigende" sein werde.