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  FTD-Serie: Die Angst vor der US-Rezession

Kommt sie oder kommt sie nicht? Das Wort "Rezession" ist in aller Munde, am Finanzmarkt liegen die Nerven blank. FTD-Online zeigt auf, ob und wie die amerikanische Konjunkturmaschine ins Stocken gerät.

Merken   Drucken   19.03.2008, 08:32 Schriftgröße: AAA

Angst vor der US-Rezession: Erinnerungen an die Große Depression  

Dass es abwärts geht mit der größten Volkswirtschaft der Welt, darüber sind sich Wissenschaftler und Analysten einig. Doch wie stark der Abwärtssog in den USA letztlich wird - da gehen die Meinungen auseinander. von Ulrike Heike Müller und Saskia Littmann (Berlin)
Die meisten Ökonomen gehen davon aus, dass die Wirtschaftsleistung von Januar bis Juni zumindest stagnieren wird. Aber wie gravierend die Schwächeperiode tatsächlich wird, vermag momentan niemand sicher zu sagen: Angesichts der weltweiten Börsencrashs sind Aussagen über die Zukunft mit noch mehr Fragezeichen versehen als sonst.
Der aktuelle Abschwung in den USA habe das Zeug, der krasseste seit Jahrzehnten zu werden, sagt Martin Feldstein. Der Harvard-Professor leitet die Forschungsstätte NBER; jenes Institut also, das in den Vereinigten Staaten offiziell den Beginn und das Ende einer Rezession verkündet. Allerdings erst Monate später, wenn ein Abschwung möglicherweise schon wieder vorüber ist. "Es gibt viele Unterschiede zwischen jetzt und der Großen Depression, aber dies hier könnte die schlimmste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg werden", sagt Feldstein. Die beiden heftigsten Nachkriegsrezessionen ereigneten sich im Zuge der Ölkrisen. Allein von 1973 bis 1975 schrumpfte die Wirtschaft fünf Quartale hintereinander.
Spätestens nach den jüngsten sehr schlechten Daten vom Arbeitsmarkt wechselten viele Volkswirte aus dem Lager der Optimisten in das Lager der Rezessionsgläubigen. Noch hoffen einige von ihnen, die Schwäche könne schnell vorübergehen. David Rosenberg, US-Chefökonom von Merrill Lynch, dämpft diese Hoffnungen: "Wir können nicht sehen, warum das so sein sollte." Wahrscheinlich hätten die meisten Wall-Street-Analysten bei ihren historischen Vergleichen nur die beiden letzten, recht moderaten Abschwünge in den Jahren 2001 und 1990/91 im Kopf, glaubt Rosenberg.

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