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Merken   Drucken   10.12.2008, 13:36 Schriftgröße: AAA

Angst vor Zahlungsausfall: Russland auf Ramschniveau  

Die russische Wirtschaft steckt in der Krise: Der Ölpreis fällt, das Wachstum schwächt sich ab. Diese Woche wurde das Kreditrating des Landes herabgestuft. Doch Bondanleger sind noch kritischer: Sie schätzen das Ausfallrisiko Russlands größer ein als das Vietnams.
Investoren schätzen die Wahrscheinlichkeit eines Staatsbankrotts von Russland höher ein als einen Ausfall der Türkei, der Philippinen und Vietnams. Am Mittwoch lag der Renditeaufschlag für russische Staatsanleihen gegenüber US-Treasuries laut Indizes von JP Morgan mit 8,86 Prozentpunkten deutlich über dem Spread mehrer Entwicklungsländer. Bei den Philippinen beispielsweise betrug der Renditeabstand nur sechs Prozentpunkte.
S&P hat insgesamt 22 Noten, um die Bonität eines Landes oder Unternehmens zu bewerten. Die Skala reicht von "AAA" (erstklassige Bonität) bis "D" (Zahlungsausfall). Als Investmentgrade gelten die obersten zehn Stufen bis "BBB-". Hier werden Zahlungsausfälle als relativ unwahrscheinlich angesehen. Danach beginnt das sogenannte Ramschniveau ("Junk"), also Anleihen, die nur noch für spekulative Anleger geeignet sind.
Das Brisante: Während Russland von der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) mit der Bonitätsnote "BBB" bewertet wird - das entspricht "Investmentgrade" -, haben die Türkei, die Philippinen und Vietnam nur ein spekulatives Rating vier sowie fünf Stufen unter dem Russlands.
S&P hatte am Montag Russlands Staatsanleihen als riskanter eingestuft als bisher. Das Rating der Papiere sei von "BBB+" auf "BBB" zurückgenommen worden, hatte die Agentur mitgeteilt. Als wichtigsten Grund nannte sie den rapiden Kapitalabfluss der vergangenen Monate."Das Risiko ist groß, dass Russland jetzt auf Ramschstatus herabgestuft wird", sagte Nigel Rendell, Schwellenländer-Experte von RBC Capital Markets, der Nachrichtenagentur Bloomberg.

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