Damit könnte einer der entscheidenden Streitpunkte zwischen Israelis und Palästinensern möglicherweise vor der für Mittwoch früh geplanten Abreise von US-Präsident Bill Clinton überwunden werden.
Laut Bericht sieht der Vorschlag vor, dass große jüdische Siedlungen in der Nähe Jerusalems und jüdische Stadtteile im Osten der Stadt unter israelische Verwaltung gestellt werden. Im Gegenzug würden die Palästinenser Verantwortung für die palästinensischen Stadtteile im Osten erhalten.
Palästinenserpräsident Jassir Arafat hat in der Frage zunächst auf der palästinensischen Kontrolle über die wichtigsten islamischen und christlichen Stätten in der Altstadt Jerusalems beharrt, berichtete die Zeitung "Haaretz". Er habe dies zur Bedingung eines umfassenden Abkommens gemacht. Während Arafat Ost-Jerusalem als künftige palästinensische Hauptstadt forderte, bestand der israelische Ministerpräsident Ehud Barak auf der vollen israelischen Souveränität über Jerusalem als "ungeteilte ewige Hauptstadt" Israels. Möglicherweise konnte aber inzwischen ein Kompromiss gefunden werden.
US-Sprecher blieben am Dienstag dabei, dass Clinton Camp David Mittwoch früh verlassen werde, um zum G-8-Gipfel nach Japan zu fliegen. Er nutzte offenbar diesen Zeitdruck, um Arafat und Barak zu einer Annäherung zu drängen. "Wir sollten Mittwoch als eine einmalige Chance betrachten", sagte Israels Kabinettssekretär Izchak Herzog, der sich in Washington aufhält. Es galt als wenig wahrscheinlich, dass Arafat und Barak in Camp David bleiben, wenn Clinton abgereist ist.