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Merken   Drucken   05.09.2010, 16:00 Schriftgröße: AAA

Arbeitsplätze: Die Angst vor der Dauerflaute  

Kommentar Die Arbeitslosigkeit in den USA und Europa ist konjunkturell bedingt. Doch wenn sie anhält, könnte sie bald strukturell werden. von Bradford Delong
Bradford DeLong ist ehemaliger Staatssekretär im US-Finanzministerium. Heute arbeitet er als Professor für Wirtschaftswissenschaften an der University of California in Berkeley sowie als Mitarbeiter in der nationalen Behörde für Wirtschaftsforschung.
Aus erstaunlich vielen Lagern hört man dieser Tage die Forderung, Regierungen und Zentralbanken sollten ihre expansive Politik aufgeben, mit der sie versucht haben, Arbeitsplätze zu schaffen. Die Kritiker der staatlichen Konjunkturmaßnahmen behaupten, die hohe Arbeitslosigkeit, die derzeit die USA und Teile Europas plagt, sei nicht konjunkturell bedingt, sondern "strukturell" und könne daher nicht vermindert werden, indem man mithilfe der Politik die Gesamtnachfrage steigert.
Ich möchte darauf hinweisen, dass strukturelle Arbeitslosigkeit eine echte und ernst zu nehmende Gefahr darstellt. Wenn Menschen, die unter anderen Umständen zufriedene, gesunde und produktive Arbeitskräfte sein könnten, nicht über die Ausbildung, das Selbstvertrauen, die sozialen Netzwerke und die Erfahrung verfügen, die sie brauchen, um lohnende Arbeit zu finden, haben wir offenbar ein Problem. Und wenn die Arbeitslosigkeit in Europa und Nordamerika noch zwei oder drei weitere Jahre so hoch bleibt wie jetzt, ist es wahrscheinlich, dass wir uns damit auseinandersetzen müssen. Denn je länger konjunkturelle Arbeitslosigkeit anhält, desto eher wird sie zu struktureller Arbeitslosigkeit.
Doch ist das heute der Fall? Sieht es derzeit danach aus, als wäre strukturelle Arbeitslosigkeit das größte Problem, mit dem die europäische und die nordamerikanische Wirtschaft zu kämpfen hätten? Die Antwort lautet Nein.

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  • FTD.de, 05.09.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 07.09.2010 20:45:37 Uhr   Richard Herz: @"Thomas Müller": Aha

    "Die die 44% von HENKEL gibt es m.E. KEINEN BELEG, die Aussage von MIEGEL ist SCHLICHT UNSINN".
    Das sind natürlich Gegenargumente erster Kajüte vor denen jeder Ökonom voll Demut kapituliert :)
    Henkel und Miegel beschäftigen sich ihr ganzes Leben lang damit und ziehen damit nur ihre fachliche Quintessenz.

    Deutsche "Superkonkurrenzfähigkeit" und die so den Eurowährungsraum sprengenden Außenhandelsüberschüsse, wg. der brutal zurückgefahrenen Reallöhne und endlosen Arbeitsmarktderegulierung, sind durch normative Kraft des Faktischen unstreitig.

    Allerdings sind die angeblich so marginalen Defizite zu China volkswirtschaftlich nicht so vernachlässigbar wie hier suggeriert, denn es geht makroökonomisch gar nicht primär um laufende absolute Defizithöhe, die sich beim Lohngefälle bis 15:1 (mit unerschlossenen 700 Mio. Bauern bei 40:1) weder durch rechnerische 50% noch 100%-tige Aufwertung des Yuan in Luft auflöst.
    Hauptsächlich geht es um die den Bürgern für ihr Wohlwollen und Subventionen vorgegaukelten symbiotischen Riesenchancen des „unendlichen chin. Marktes“, wofür wenige Unternehmen auf dem Rücken der Millionen Beschäftigten durch freizügigen, von Chinesen für Marktzugang immer abverlangten Wissenstransfer, hier ganze Industrien haben volkswirtschaftlich über Klinge springen lassen. (z.B. Solar-Herstellkosten $/W 2008: Ersol-1,01 Solarworld-0,82 Suntech-0,35)

    China: jährlich 900% der Ingenieure der ganzen EU!
    Lt. ind. Berater des Premierministers brauchen nur Indien zum Auffangen des laufenden Bevölkerungswachstums mind. 15 Mio. *neue* Jobs *pro Jahr*!
    Weltbevölkerungsanteil der EU: 1900-33%, 2010-12%, 2100-4%.

    USA merken nun, dass sie sich trotz max. Subventionen für Jahrzehnte durch noch frühere Fertigungsverlagerung/Wissensabfluß nach China einer breiten und schnell erholenden Volljob-Basis komplett beraubt haben. Und genauso läuft auch der langjährige volkswirtschaftliche Crashkurs Deutschlands mit China!

    Obama kündigt nun an, Amerikas Heil umgehend im drastisch eingeschränkten US-Konsum und verdoppelten Exporten zu suchen, da die andauernde Aufhübschung der Arbeitslosenstatistik nicht mehr mit der offenbaren Realität dort (wie hier) zu korrelieren ist!

    In der verzweifelten Situation des alternativlosen „mit dem Rücken an der Wand“ von US/CN/DE/JP werden also weiter verschärfte Exportanstrengunen ohne (nicht weiter mögliche kreditfinanzierte) exzessive Lohnsteigerungen aller bald zwangsläufig zu erbitterten Handelskriegen führen!

    Rest Europas wird deutschen Exportexzess nur dulden, wenn Deutschland über „Rettungspakete“ / „EU-Wirtschaftsregierung“ (dann unter Sarkozy/Junker) die so weiter generierten Ungleichgewichte durch EU-Transfers verdeckt neutralisieren wird.
    Merkel bekommt dafür 2011 den dann wertlosen EZB-Chefposten für Weber.

  • 07.09.2010 17:06:42 Uhr   Thomas Müller: @Herz
  • 05.09.2010 18:31:25 Uhr   Richard Herz: Absehbare Dauerflaute
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