Hintergrund ist der Streit um eine unbewohnte Inselgruppe, die beide Staaten beanspruchen. In Japan heißen die Inseln Senkaku, in China Diaoyu. Sie sind wegen größerer Fischbestände und vermuteter Ölvorkommen für beide Länder strategisch wichtig. Auch Taiwan beansprucht die Inseln für sich. Die japanische Regierung kaufte am Dienstag trotz eindringlicher Warnungen Chinas die Inseln einem privaten Besitzer ab. Die Regierung in Peking entsandte daraufhin am Freitag sechs Kriegsschiffe. Der japanische Sender NHK berichtete von Protesten in mindestens 72 chinesischen Städten. In Shanghai zogen etwa 1500 Demonstranten zum japanischen Konsulat, wo die Polizei sie in kleinen Gruppen vorließ. Die anti-japanischen Proteste in China waren am Wochenende eskaliert. In Shenzhen setzte die Polizei Tränengas und Wasserwerfer gegen Demonstranten ein. Japanischen Medienberichten zufolge wurden ein Dutzend Fabriken japanischer Konzerne im Osten der Volksrepublik angegriffen, darunter auch Werke von Panasonic . Außerdem seien Autohäuser von Toyota in Flammen aufgegangen. In Peking belagerten Demonstranten am Sonntag erneut die japanische Botschaft, viele forderten eine Kriegserklärung.