Der AKW-Betreiber Tepco setzte - mit Einwilligung der Regierung - den Abfluss von mehr als zehn Millionen Litern kontaminierten Wassers ins Meer fort. Die Flüssigkeit strahlte nach Angaben des Konzerns relativ schwach. Das Wasser hindert die Arbeiter daran, die Kühlung der Reaktoren in Gang zu bringen. Die Maßnahme sei leider unvermeidlich, sagte Regierungssprecher Yukio Edano. Nur so könne verhindert werden, dass sich das noch stärker kontaminierte Wasser ausbreite.
Die Regierung in Tokio erließ erstmals eine Obergrenze für die radioaktive Belastung von Fisch. Zuvor waren Berichte aufgetaucht, dass sich bereits Radioaktivität in Fischen angereichert habe. Insbesondere Jod 131 und Cäsium 137, die beide aus dem Atomkraftwerk ins Meer gelangten, seien im Fisch nachweisbar.
Zwar könne sich das Jod im Meerwasser verteilen und zerfalle auch schnell. Anders verhalte es sich aber mit den Langzeitfolgen des Cäsiums, sagte Yoichi Enokida, Professor für Materialwissenschaft an der Nagoya Universität. Diese müssten noch untersucht werden. "Es ist extrem wichtig, so schnell wie möglich den Ausfluss von kontaminiertem Wasser zu stoppen." Radioaktives Cäsium hat eine Halbwertszeit von 30 Jahren.
Zugleich wurde bekannt, dass der Anteil von radioaktivem Jod im Meerwasser unweit des Atomkraftwerks die gesetzlichen Grenzwerte um mehrere Millionen übersteigt. Am vergangenen Wochenende habe der Wert 7,5 Millionen Mal über dem Maximalwert gelegen, teilte Tepco mit. Am Montag sei der Grenzwert fünf millionenfach überschritten worden. Das radioaktive Material verteile sich jedoch zügig im Meerwasser und stelle keine unmittelbare Gefahr für die Umwelt dar, hieß es in einer Stellungnahme des Unternehmens.