Doch seine Kampfansage dürfte zu spät kommen, um die öffentliche Meinung noch einmal zu seinen Gunsten herumzureißen. Denn die Nachrichten aus den havarierten Meilern sind noch immer widersprüchlich. Das Vertrauen in den unpopulären Premier, seine Regierung sowie die Betreiberfirma Tokyo Electric Power (Tepco) ist weiterhin erschüttert.
Tepco wiederholte am Donnerstag seine Aussage, dass im zerstörten Atomkraftwerk Fukushima 1 immer weniger Radioaktivität austrete und die Rettungsarbeiten im Plan lägen. Dieser sieht vor, dass Tepco die drei betroffenen Reaktoren bis spätestens Anfang 2012 stabil auf unter 100 Grad Celsius kühlt. Gelingt das, wäre die Krise einigermaßen unter Kontrolle. Doch diese Woche fand Tepco alarmierende Strahlungswerte auf dem Gelände.
Erst entdeckten Arbeiter am Montag außerhalb der Reaktorgebäude an einem Abgasrohr Strahlungswerte von mindestens 10.000 Millisievert pro Stunde, ein enorm hoher Wert. Menschen, die einer solchen Strahlendosis unmittelbar ausgesetzt sind, sterben innerhalb kurzer Zeit. Die zulässige Maximalbelastung für die Arbeiter in Fukushima beträgt 250 Millisievert - pro Jahr.
Tags darauf wurden dieselben Werte in einiger Entfernung zu dem Abgasrohr gemessen. Am Donnerstag schließlich gestand Tepco, die wahre Belastung liege wohl noch weit darüber; die Skala des verwendeten Messgeräts habe nicht weiter gereicht. Tepco behauptet zwar, diese Werte würden die Rettungsarbeiten vor keine großen Probleme stellen, denn sie träten nur lokal begrenzt auf. Doch viele Kommentatoren warnen, dass sich Tepcos Plan verzögern könnte.
Misstrauisch geworden, verschärfen viele Unternehmen und Behörden nun eigene Schutzmaßnahmen. Eine Kaufhauskette verkauft nur Fleisch von Tieren, die Radioaktivitätsmessungen passiert haben. Zudem überlegen laut der Zeitung "Nikkei" 20 Präfekturen, Reis auf radioaktive Strahlung zu untersuchen.