In einem Leitartikel schrieb das Blatt am Freitag, der demokratische Präsidentenkandidat sei Herausforderung auf Herausforderung begegnet, er sei als Führer gewachsen und habe seinen frühen Versprechungen von Hoffnung und Wechsel Gestalt verliehen. Barack Obama habe "einen kühlen Kopf und gesundes Urteilsvermögen" an den Tag gelegt. "So hart auch die Zeiten sind, die Auswahl eines neuen Präsidenten ist einfach." Weiter schrieb die Zeitung:
"Der Senator Barack Obama von Illinois hat bewiesen, dass er die richtige Wahl für den 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten ist".
Die "New York Times" glaubt, dass Obama den Willen und die Fähigkeit habe, einen breiten politischen Konsens zu erreichen, der wesentlich sei, um Lösungen für die Probleme des Landes zu finden. Sein republikanischer Kontrahent John McCain habe sich dagegen mehr und mehr in die Randzonen der amerikanischen Politik zurückgezogen. Seine Wahlkampagne habe auf Parteilichkeit abgezielt, Züge von Klassenkampf getragen und sogar Spuren von Rassismus besessen. McCains Politik und Weltsicht seien in der Vergangenheit verwurzelt.
Scharf kritisierte das Blatt auch seine Wahl der Gouverneurin von Alaska, Sarah Palin, als Kandidatin für das Amt des US-Vizepräsidenten. Sie sei "untauglich für das Amt". Die Wahl McCains sei ein "Akt des Opportunismus" und "schlechten Urteilsvermögens" gewesen.
Zuvor hatten sich bereits US-Zeitungen wie die "Washington Post", die "Los Angeles Times" und die "Chicago Tribune" sowie die britische "Times" für Obama als Präsidenten ausgesprochen. In den USA ist es üblich, dass große Zeitungen sich im Vorfeld einer Wahl für einen Kandidaten entscheiden. Der neue US-Präsident wird am 4. November gewählt.