Bei einem Gefängnisbrand in Honduras starben hunderte Häftlinge
In lateinamerikanischen Gefängnis kommt es immer wieder zu Revolten oder Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Gangs. Zudem sind die Haftanstalten oft stark überfüllt - so vermutlich auch die von Comayagua.
Die Staatsanwaltschaft sprach von 357 Toten. Es wurde aber damit gerechnet, dass die Zahl noch steigt. Vor dem Gefängnis warteten Angehörige auf Nachrichten von den rund 800 Insassen.
"Ich suche meinen Bruder", sagte ein Mann im Rundfunk. "Wir wissen nicht, ob ihm etwas passiert ist, und sie wollen uns nicht reinlassen." Comayagua liegt rund 75 Kilometer nördlich der Hauptstadt des mittelamerikanischen Landes, Tegucigalpa.
Honduras gehört zu den ärmsten Ländern des Kontinents. Rund acht Millionen Menschen leben dort - mehr als 80 Prozent von ihnen sind arm. Tegucigalpa hat etwa eine Million Einwohner. Korruption und Kriminalität zählen zu den Hauptproblemen des Landes. Kriminelle Jugendbanden haben nach Weltbankberichten in Honduras mittlerweile mehr als 40.000 Anhänger.