Die Schlacht ist geschlagen - der Sieger heißt Barack Obama. Hier finden Sie die aktuellsten Nachrichten und Reportagen, Analysen und Kommentare zum politischen Weltereignis in den USA.
Am Freitag steht ein erstes Treffen mit Wirtschaftsexperten auf der Agenda von Barack Obama . Mit dabei sind Clintons Ex-Finanzminister Lawrence Summers und Ex-Fed-Chef Paul Volcker. Sie werden als mögliche Kandidaten für das Amt des Finanzministers. Auch der Milliardär Warren Buffett von Berkshire Hathaway nimmt an der Sitzung teil. Buffett war zunächst ebenfalls als Minister im Gespräch, soll jedoch kein Interesse haben. Ein weiterer Kandidat ist der Fed-Chef von New York, Timothy Geithner . Die Runde soll gegen 20.30 Uhr (MEZ) zusammenkommen, um über Konsequenzen der Kreditkrise zu beraten.
Anschließend will Obama seine erste Pressekonferenz geben, auf der er den Finanzminister küren könnte. Der designierte US-Präsident hatte zuvor den 47-jährigen Kongressabgeordneten Rahm Emanuel zu seinem Stabschef gemacht. Emanuel war bereits Berater von Ex-Präsident Clinton .
Am zweiten Tag nach dem Wahlsieg nahm Obama telefonische Glückwünsche von neun Staats- und Regierungschefs entgegen genommen, darunter auch von Bundeskanzlerin Angela Merkel, dem britischen Premier Gordon Brown sowie Israels Ministerpräsidenten Ehud Olmert . Die Kanzlerin und Obama vereinbarten eine enge Zusammenarbeit, teilte die Bundesregierung mit.
Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy sagte, er wolle schon bald mit Obama zusammentreffen, teilte Sarkozys Büro mit. Der französische Staatschef habe Obama zu seinem "brillianten" Wahlsieg gratuliert, hieß es aus dem Élysée-Palast. Die Atmosphäre des Gesprächs sei "äußerst freundlich" gewesen.
Frankreich will auf dem Finanzkrisengipfel der G20-Gruppe am 14. und 15. November in Washington ein 100-Tage-Programm für eine internationale Finanzreform vorschlagen. Es wird erwartet, dass Obama dann auch persönlich mit den Staats- und Regierungschefs zusammentreffen wird.
Obama nahm einen ersten Tagesbericht der Geheimdienste entgegen. Dieser vor allem von der CIA zusammengestellte Informationsdienst ist sonst allein dem amtierenden Präsidenten vorbehalten. Anschließend beriet der neue Präsident mit Mitgliedern seines Übergangsteams, das die Bildung der neuen Regierung vorbereitet. Eine sorgfältige Auswahl habe für den gewählten Präsidenten Vorrang vor Geschwindigkeit, teilten Berater mit.
Gleichzeitig drehte sich das Spekulationskarussel weiter. Für das Amt des Außenministers ist jetzt der ehemalige General James Jones im Gespräch. Der ehemalige Außenminister Colin Powell von der Republikanischen Partei wird mit dem Amt des Bildungsministers in Verbindung gebracht. Obama hatte signalisiert, dass er auch Republikaner in die Regierung holen will. Potenzielle Kandidaten sind die Senatoren Chuck Hagel und Richard Lugar.
Im Bemühen um die atomare Abrüstung des kommunistischen Nordkoreas will Obama eng mit Südkorea zusammenarbeiten. Er habe dem südkoreanischen Präsidenten Lee Myung Bak am Telefon versprochen, die Allianz beider Länder stärken zu wollen, teilte das Präsidialamt in Seoul am Freitag mit. Obama habe die Beziehungen zu Südkorea als "Eckpfeiler für Frieden und Stabilität in Asien" bezeichnet. Beide Staatschefs hätten sich außerdem auf eine enge Kooperation beim Umgang mit der globalen Finanzkrise geeinigt.
Der künftigen Ausrichtung der Nordkorea-Politik Washingtons gilt in Südkorea neben Handelsfragen besondere Aufmerksamkeit. Obama hatte während des Wahlkampfes angedeutet, prinzipiell auch zu einem Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Il bereit zu sein. Zusammen mit Südkorea und anderen Ländern bemühen sich die USA derzeit im Rahmen der sogenannten Sechs-Parteien-Gespräche, Nordkorea zum kompletten Abbau seiner umstrittenen Nuklearaktivitäten zu bewegen.