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Merken   Drucken   17.05.2009, 21:21 Schriftgröße: AAA

Bezugsquelle für Nabucco: Europa erhält Zugang zu Gas aus Irak  

Die europäischen Energiekonzerne OMV und Mol wollen sich an der Gasförderung im Irak beteiligen. Laut OMV gründete das österreichische Unternehmen gemeinsam mit der ungarischen Mol und zwei arabischen Partnern ein Konsortium, um zwei große Gasfelder in der irakischen Region Kurdistan auszubeuten. von Nils Kreimeier (Berlin)
Sowohl Mol  als auch OMV  sind Mitglieder des Nabucco-Konsortiums, das ab 2014 Gas mit einer neuen Pipeline aus Zentralasien über die Türkei nach Europa transportieren will. Nach Auffassung von OMV-Vorstandsmitglied Helmut Langanger eröffnet das neue Abkommen "eine wesentliche Bezugsquelle für die Nabucco-Pipeline".
Mit dem künftigen Zugang zu Gas aus dem Nordirak steigen die Aussichten, dass die Europäische Union die Zahl ihrer Energielieferanten vergrößern kann. Über Nabucco soll nach Plänen des Konsortiums künftig Erdgas aus dem Kaukasus, Turkmenistan und dem Irak, möglicherweise aber auch aus dem Iran strömen. Unausgesprochenes Ziel der Europäer ist es zudem, das Transitland Russland zu umgehen, das bisher ein Transportmonopol für Gaslieferungen aus Zentralasien hat. Außer den Energiekonzernen OMV und Mol sind auch die deutsche RWE , die rumänische Transgaz, die bulgarische BEH und die türkische Botas an dem Konsortium beteiligt.
In die Vorbereitungen für Nabucco war bereits in den vergangenen Wochen Bewegung gekommen. Auf einem Gipfeltreffen in Prag einigten sich die an dem Projekt beteiligten Staaten darauf, bis Ende Juni ein Abkommen zu unterzeichnen, das den rechtlichen Rahmen für den Bau der über 3000 Kilometer langen Pipeline umreißen soll. Zudem begannen Mitte Mai Ingenieure mit der konkreten Planung. Mitte April hatte RWE mit der turkmenischen Führung vereinbart, gemeinsam Erdgasfelder im Kaspischen Meer zu erschließen.
Das neue Abkommen für den Nordirak könnte nun nach Ansicht von Unternehmensvertretern "den entscheidenden Kick" für Nabucco bringen. Ein Sprecher des Pipelinekonsortiums sagte, die Gründung des neuen Konsortiums sei "ein signifikanter Schritt nach vorn". Man habe jedoch "nie Zweifel gehabt, dass es genug Gas für Nabucco gibt".

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  • Aus der FTD vom 18.05.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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