Der Máximo Líder hat abgedankt: Nach fast 50 Jahren an der Spitze Kubas erklärte Fidel Castro seinen endgültigen Verzicht auf das Amt des Staatschefs. Der Mythos Castro aber ist längst Teil der kubanischen Identität. FTD-Online zeigt Castros Feinde und Freunde, Stationen aus seinem Leben und das Land, das er über Jahrzehnte prägte. von Jennifer Tiede und David Böcking
Als der brasilianische Präsident Luiz Inacio Lula da Silva am 15. Januar Fidel Castro besuchte, schoss er dieses Foto. Anschließend sagte Lula, Castro sei gesund genug, um "seine politische Rolle auf sich zu nehmen". Ein Trugschluss: Rund einen Monat später kündigt der Regimechef nun in der Internetausgabe der Parteizeitung "Granma" an, er werde aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr für das Amt des Staatsratspräsidenten und des Oberkommandierenden kandidieren. Das sei aber kein Abschied: Sein Wunsch sei, fortan "als Soldat in der Schlacht der Ideen zu kämpfen". Damit tritt der Mann ab, der Kuba seit der Revolution von 1959 geprägt hat, wie kein anderer.