Mit nackter Gewalt schüchtert Robert Mugabe seine politischen Gegner ein. Was leicht vergessen wird: Einst galt Simbabwes Präsident als Hoffnungsträger. Erst mit den Jahren wandelte er sich zum Autokraten - ein Prozess, den auch andere Staatschefs durchliefen. von Heinz-Roger Dohms und Jennifer Tiede
Robert Mugabe galt als Galionsfigur des Anti-Kolonialismus, als er 1980 im ehemals britisch beherrschten Simbabwe an die Macht kam. Seine Aussagen ("Wir wollen niemandem etwas wegnehmen") und die Beteiligung Weißer an der Regierung nährten den Glauben, dass Mugabe eine Politik der Aussöhnung anstrebe. Mit den Jahren entwickelte sich der ehemalige Freiheitsheld jedoch zum unverbesserlichen Autokraten. Seine rassistisch unterfütterte Politik hat das Land immer tiefer in die Krise gestürzt.