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Merken   Drucken   30.01.2009, 17:31 Schriftgröße: AAA

BIP-Zahlen: USA verschieben Megaabsturz  

Die US-Wirtschaft schrumpfte im vierten Quartal um 3,8 Prozent. Dass der Rückgang nicht noch größer ausfiel, lag am starken Anschwellen der Lagerbestände. Volkswirte fürchten deshalb, dass die Produktion 2009 erst richtig einbricht. von Tobias Bayer (Frankfurt)
Die US-Wirtschaft steckt tief in der Rezession. Nachdem die Wirtschaft bereits im dritten Quartal um auf das Jahr hochgerechnet 0,5 Prozent schrumpfte, ging das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal um 3,8 Prozent zurück. Das teilte das Wirtschaftsministerium am Freitag mit. Volkswirte hatten durchschnittlich ein Minus von 5,5 Prozent erwartet. Die US-Börsen eröffneten eine Stunde nach Veröffentlichung der Daten zunächst im Plus. Im weiteren Handelsverlauf rutschten sie jedoch steil ab. Der Dow Jones notierte zuletzt mehr als 130 Punkte oder 1,6 Prozent schwächer.
Für die US-Wirtschaft ist der Wachstumseinbruch der größte seit den frühen 80er-Jahren. Das bisherige Rekordminus liegt bei 10,4 Prozent und datiert aus dem ersten Quartal 1958. Volkswirten warnten davor, sich von der positiven Überraschung blenden zu lassen. Sie verwiesen auf das Anschwellen der Lagerbestände, das die BIP-Zahl um 1,3 Prozentpunkte verbesserte. Ihre Befürchtung: Momentan produzieren die US-Firmen auf Halde, was sich im Laufe des Jahres 2009 rächen könnte: "Wir sehen hier einen unfreiwilligen Lageraufbau. Das Risiko ist groß, dass die Produktion im Jahr 2009 stark eingeschränkt werden muss, um die Bestände abzubauen", sagte ING-Volkswirt James Knightley.
Ähnlich sieht das Ralf Umlauf, Renten- und Anleihenstratege der Helaba: "Die Daten sind trotz der positiven Überraschung per saldo schlecht ausgefallen und die US-Rezession setzt sich mit gestiegener Dynamik fort." Für 2009 ist Umlauf pessimistisch: "Der belastende Impuls, der 2009 für eine deutlich negative durchschnittliche Wachtsumszahl sorgen wird, erhöht sich mit dieser Veröffentlichung. Konjunkturelle Besserungssignale sind zudem erst im Verlauf des zweiten Halbjahres zu erwarten."

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