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Merken   Drucken   22.07.2012, 14:23 Schriftgröße: AAA

Blutbad bei "Batman"-Premiere: Präsident Obama will Angehörige der Opfer von Aurora trösten

Seine Wohnung war präpariert, jeden zu töten, der sie betritt: James Holmes, der mutmaßliche Amokläufer von Colorado hatte seine Appartement vor der Tat mit komplizierten Sprengfallen und gefährlichen Chemikalien präpariert. Die Polizei konnte sie entschärfen. Das Tatmotiv ist weiter unklar.

Sprengstoffexperten der Polizei haben in der Wohnung des mutmaßlichen Kino-Attentäters von Colorado alle Sprengfallen entschärft. Der 24-jährige James Holmes hatte den Angaben zufolge sein Apartment mit Sprengstoff und gefährlichen Chemikalien präpariert. Der 24-jährige Holmes wird beschuldigt, in einem Kino während der Premiere des neuen Batman-Films wahllos ins Publikum geschossen zu haben. 12 Menschen starben, 58 wurden verletzt.

Am Sonntag wird US-Präsident Barack Obama gegen Mitternacht (MESZ) in Aurora erwartet. Wie das Weiße Haus mitteilte, wird der Präsident bei seiner gut zweieinhalbstündigen Visite auch mit Familien der Opfer zusammentreffen. Außerdem wollte sich der Präsident über die Ermittlungen zu der Bluttat vom Freitag informieren.

Blutbad von Aurora Eine Stadt in Trauer

In der Nacht zum Sonntag verlautete aus Ermittlerkreisen, in Holmes' Apartment seien rund 30 Sprengsätze entdeckt worden. Sie seien mit Drähten mit einem Schaltkasten in der Küche verbunden gewesen. Zudem hätten sich in der Wohnung zwei Behälter mit explosiven Flüssigkeiten und eine große Menge scharfer Munition befunden. "Diese Wohnung war konzipiert, jeden zu töten, der sie betritt", sagte der Polizeichef von Aurora, Dan Oates. Ein Sprengstoffexperte sagte, im Falle einer Explosion wäre vermutlich der gesamte Gebäudekomplex in die Luft gegangen.

FBI-Leute versuchen mit größter Vorsicht, in das Apartment von ...   FBI-Leute versuchen mit größter Vorsicht, in das Apartment von James Holmes einzudringen. Foto: Bob Pearson

Über das Motiv des Täters kann nach wie vor nur spekuliert werden. Aus dem Umstand, dass der mutmaßliche Todesschütze offensichtlich über Monate hinweg Sprengstoff und Chemikalien für die Sprengfallen in seiner Wohnung per Versandhandel bestellte, schließt die Polizei, dass die Tat von langer Hand geplant war. "Was wir hier sehen, sind Beweise für einiges an Berechnungen und Überlegungen", sagte Oates.

In den vergangenen Wochen hatte Holmes außerdem die zwei Gewehre und zwei Pistolen, die er bei der Tat verwendet haben soll, legal erworben. Dies hat in den USA zu einem Wiederaufleben der Diskussion um die Waffengesetze geführt.

Bei der Entschärfung der Sprengfallen in Holmes Wohnung setzte die Polizei auch einen Roboter ein. Es gab mehrere kontrollierte Explosionen in der Wohnung. Es habe sich um ein "extrem gefährliches" Umfeld gehandelt. "Dieses Apartment war darauf angelegt, jeden zu töten, der es betritt", sagte Oates.

Der Amokschütze hatte nach Polizeiangaben am Freitag kurz nach Mitternacht während der Premiere des "Batman"-Films "The Dark Knight Rises" in dem gut besuchten Kino zwei Tränengasgranaten gezündet und anschließend das Feuer auf das Publikum eröffnet. Viele Kinobesucher dachten zunächst, dass die Schüsse zum Film gehörten oder es sich um ein Feuerwerk handele.

Kurze Zeit später wurde Holmes auf einem Parkplatz hinter dem Kino von der Polizei festgenommen. Er leistete keinen Widerstand. Vom ersten Notruf aus dem Kino bis zur Festnahme des Verdächtigen seien lediglich 90 Sekunden vergangen, sagte Polizeichef Oates am Samstag. Am Montag soll Holmes erstmals vor einem Richter erscheinen.

  • dpa, 22.07.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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