Ausschreitungen in Port Said
"Das ist Krieg und kein Fußball"
Für die Al-Ahly-Fans war der Schuldige schnell ausgemacht: Feldmarschall Mohammed Hussein Tantawi, Chef des Militärrats und damit der starke Mann Ägyptens. Sie vermuten ein Komplott der Militärs gegen die Revolution hinter den Ausschreitungen. "Wir wollen deinen Kopf, du Verräter Tantawi", schrieb die Fangruppe "Ultras Tahrir Square" auf ihrer Facebook-Seite. Die meist jugendlichen Fußballanhänger, die an vorderster Front für den Umsturz in ihrem Land gekämpft haben, sinnen auf Rache. Sie sind enttäuscht von der Armee, der sie vorwerfen, den Übergang zur Demokratie zu verschleppen.
Die Ultras sind auch nicht die einzigen, die an eine Verschwörung glauben. Die Muslimbruderschaft, die stärkste Fraktion im neugewählten Parlament, sieht laut einer Stellungnahme Kräfte am Werk, die in enger Verbindung zu dem früheren Regime von Präsident Hosni Mubarak stünden. Bezahlte Schlägerbanden könnten die Krawalle initiiert haben.
Die Muslimbrüder riefen den regierenden Militärrat auf, alles zum Schutz der Menschen in Ägypten zu tun. Zudem müsse untersucht werden, welche Verantwortung die Polizei an der Eskalation trage. Am Donnerstag soll sich das Parlament mit der Katastrophe beschäftigen.