Das Weiße Haus hat auf Anweisung von US-Präsident George W. Bush den Medien nach dem Irak-Krieg ausgewähltes Geheimmaterial zugespielt, um die Öffentlichkeit von der Stichhaltigkeit seiner Aussagen zu den Rüstungsprogrammen Saddam Husseins zu überzeugen. Das hat der vor Gericht stehende frühere Stabschef von Vizepräsident Dick Cheney, Lewis Libby, ausgesagt. von Thomas Klau, Washington
Libby wird verdächtigt, die CIA-Agentin Valerie Plame enttarnt zu haben, um ihren Ehemann - einen scharfen Bush-Kritiker - zu diskreditieren. Er steht unter Anklage, weil er die Ermittlungen dazu durch Falschaussagen behindert haben soll.
Libby habe nach eigenen Angaben der früheren "New York Times"-Reporterin Judith Miller Auszüge aus Geheimdienstmaterial übergeben, wonach Irak atomar aufrüste, so Staatsanwalt Patrick Fitzgerald in einer Klageschrift. Libby habe von Cheney die Mitteilung erhalten, dass Präsident Bush dieses persönlich autorisiert habe. Allerdings hat Libby bis jetzt nicht die Vermutung bestätigt, dass Bush oder Cheney auch ausdrücklich die Enttarnung von Plame veranlasst haben.
Für Bush kommt die Enthüllung zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. Wegen des Irak-Krieges steht er stark unter Druck. Zudem hat er selbst mehrfach öffentlich die Weitergabe von Geheimmaterial an die Medien scharf kritisiert.
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