Auf der Terrasse des Tagungshotels Royal Park plauderten Bush, Schröder und Chirac etwa zwei Minuten miteinander. Beobachter beschrieben die Atmosphäre als entspannt. Anschließend wechselten Bush und Schröder alleine wenige Worte. Bei der anschließenden Arbeitssitzung saßen Bush und Chirac nebeneinander. Chirac und Gehard Schröder zählten neben dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu den ärgsten Widersachern Bushs im Streit um den Irak-Krieg.
Im Gegensatz zu Schröder erhielt Gastgeber Chirac die Gelegenheit, mit dem US-Präsidenten zu einem bilateralen Gespräch zusammenzukommen. Im Anschluss daran bezeichnete Bush sein Verhältnis zu Chirac als gut. "Wir können Meinungsverschiedenheiten haben, das heißt aber nicht, dass wir nicht anständig miteinander umgehen", sagte er. In der Irak-Krise hätten beide ihre Positionen sehr deutlich gemacht. "Gerade deswegen kann ich sagen, dass wir gute Beziehungen haben, weil wir sehr ehrlich sind", sagte Bush.
Bush dankte dem französischen Präsidenten ausdrücklich für die Kooperation bei den Verhandlungen über die neue Irak-Resolution im Uno-Sicherheitsrat. Chirac wünschte Bush Erfolg für seine Friedensinitiative im Nahen Osten. Er bedauerte, dass der US-Präsident Evian vor Abschluss des Gipfels verlassen müsse, doch seien alle G8-Staaten dem Frieden in Nahost verpflichtet.
Chirac würdigte Schröder bereits am Sonntagabend, als dieser in Evian eintraf, für seine "Agenda 2010" unter dem Beifall aller Anwesenden, einschließlich US-Präsident Bush. Dabei gab Bush Schröder die Hand. Nach dem tiefen Zerwürfnis wegen des Irak-Krieges war schon das erste Zusammentreffen der beiden am Sonnabend bei den 300-Jahr-Feiern im russischen Sankt Petersburg mit Spannung erwartet worden. Auch hier hatte Bush Schröder die Hand gereicht.