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Merken   Drucken   14.10.2004, 12:06 Schriftgröße: AAA

Bush und Kerry versprechen viel  

US-Präsident George W. Bush und sein Herausforderer John Kerry haben sich in ihrer letzten Fernsehdebatte heftig über die Innenpolitik gestritten. Der finanzielle Umfang der Wahlversprechen überstieg dabei deutlich das aktuelle Haushaltsdefizit.
John Kerry (l.) und George W. Bush attackieren sich vor den Augen ...   John Kerry (l.) und George W. Bush attackieren sich vor den Augen des Moderators Bob Schieffer
Bush und Kerry warfen sich gegenseitig vor, die Öffentlichkeit mit nicht finanzierbaren Wahlversprechen zu täuschen. Bush sagte, Kerry plane Ausgaben in Höhe von 2,2 Billionen $ für die kommenden zehn Jahre ein. Kerry stritt diese Zahl ab und beschuldigte seinerseits Bush, dass seine Steuersenkungsvorhaben mehr als 3 Billionen $ kosteten. Bankvolkswirte rechnen damit, dass beide Kandidaten zumindest einen Teil der Steuersenkungen festschreiben wollen. Die Investmentbank Goldman Sachs prognostiziert daher sogar ein kumuliertes Defizit von 5000 bis 6000 Mrd. $ bis 2014. Das aktuelle Budgetdefizit liegt nach Einschätzung der Investmentbank JP Morgan bei rund 425 Mrd. $.
Kerry versprach eine Gesundheitsoffensive, die "allen Amerikanern" Zugang zur Krankenversicherung ermögliche. Bush sagte, Kerry müsse für sein Gesundheitsvorhaben Bushs Steuersenkungen zurücknehmen und sogar die steuerlichen Einnahmen erhöhen. Kerrys Gesundheitsplan sei nicht brauchbar, wenn er nicht finanzierbar sei. Die Gesundheitsoffensive des Demokraten kostet nach Einschätzung von Experten innerhalb von zehn Jahren 900 Mrd. $. Bush sprach von 1,5 Billionen $ und einem "leeren Versprechen" seines Kontrahenten. Kerry sagte hingegen, er wolle "steuerpolitisch gesund" handeln. "Ich werde aufstehen und für die amerikanischen Arbeiter kämpfen", sagte der Senator aus Massachusetts.
Die "Washington Post" schrieb, die Kandidaten hätten in ihrer Fernsehdebatte bewusst Fakten verdreht. So könne Kerrys Gesundheitsplan nicht alle Amerikaner erreichen, sondern bestenfalls die 45 Millionen Nicht-Versicherten um die Hälfte reduzieren.

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