Hurrikan "Katrina" hat mit seiner Wucht im Süden der USA ganze Städte ausgelöscht, tausende Menschen kamen ums Leben. Der Schaden ist gigantisch. Alle Nachrichten, Bilderserien und Hintergründe hier auf einen Blick.
US-Präsident George W. Bush hat für den Süden des Landes ein gigantisches Programm zur Beseitigung der Hurrikan-Schäden angekündigt. In seiner Rede entschuldigte er sich für Fehler, konzentrierte sich aber vor allem auf den Blick nach vorn.
Präsident Bush spricht in einer Fernsehansprache vom Jackson Square in New Orleans
Bush versprach, dass die Regierung aus den Fehlern lernen werde und knüpfte eine direkte Verbindung zu den Terroranschlägen vom 11. September 2001. Vier Jahre danach habe jeder US-Bürger das Recht auf effektivere Maßnahmen in einer Notsituation. Als Folge der Anschläge hatte Bush die Heimatschutzbehörde geschaffen, der jetzt von vielen Kritiker Versagen beim Bewältigen der Hurrikanfolgen vorgeworfen wurde.
Bush kündigte an, dass die letzten der mehr als eine Million obdachlos gewordenen Menschen bis Mitte Oktober aus Notunterkünften in Wohnungen oder feste Quartiere umziehen sollen. Er machte keine neuen finanziellen Zusagen über das bislang in Angriff genommene Hilfspaket in Höhe von mehr als 60 Mrd. $ (49 Mrd. Euro) hinaus. Bush sprach in diesem Zusammenhang von einer "beispiellosen Antwort auf eine noch nie da gewesene Krise". Regierungsschätzungen veranschlagen laut US-Medien die Wiederaufbaukosten inzwischen auf 200 Mrd. $ oder sogar mehr.
Bilderserie: Apokalypse in New Orleans
Erstmals ging Bush auch auf die überwiegend arme afroamerikanische Bevölkerung in den Südstaaten der USA ein, die von dem Wirbelsturm "Katrina" besonders hart getroffen wurde und lange auf die erste Hilfe warten musste. "Diese Armut hat ihre Wurzeln in der Geschichte der Rassendiskriminierung, die viele Generationen von den Möglichkeiten in Amerika abgeschnitten hat", sagte Bush. "Wir haben die Pflicht, dieser Armut mit mutigen Aktionen entgegenzutreten."
Der US-Präsident hielt seine rund 22 Minuten lange Rede auf dem Jackson-Platz im historischen Stadtviertel von New Orleans, dem French Quarter. Das Touristenviertel blieb von der Flutkatastrophe weit gehend verschont. Mehr als ein Drittel der 500.000 Einwohner von New Orleans soll innerhalb der kommenden zwei Wochen in das French Quarter und andere höher gelegene Teile der Stadt zurückkommen dürfen.
Pumpen spülen das Wasser aus dem Stadtgebiet von New Orleans
Anreize für Unternehmer
Bush stellte in seiner Rede einen Drei-Stufen-Plan zum Wiederaufbau der zum großen Teil zerstörten Region im Süden der USA vor, die der Fläche Großbritanniens entspricht. Danach soll eine Mischung aus Steuererleichterungen, Anreizen sowie Kreditvorteilen Unternehmer zur Schaffung von Arbeitsplätzen ermutigen. Bush stellte außerdem Arbeitnehmern ein Bankguthaben von 5000 $ (4100 Euro) für Aus- und Weiterbildung in Aussicht. Familien mit niedrigen Einkommen sollen im Zuge einer Lotterie kostenlos Bauland aus Staatsbesitz erhalten.
"Alle, die die Zukunft von New Orleans in Frage stellen, sollten wissen, dass Amerika ohne New Orleans nicht vorstellbar ist", sagte Bush weiter. Jedoch sollte dieses Mal höher und besser gebaut werden. Nach Angaben des Präsidenten ist eine Viertelmillion Häuser im Großraum New Orleans nicht mehr bewohnbar.
Angesichts anhaltender öffentlicher Kritik an den späten und schlecht koordinierten Hilfsmaßnahmen sowie sinkender Umfragewerte war Bush am Donnerstag zum vierten Mal in das Krisengebiet gereist. Bush hatte bereits am Dienstag die Verantwortung für alle Fehler auf Bundesebene übernommen.
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