So war der Wahlkampfslogan von Herausforderer Henrique Capriles sicher nicht gemeint - "Hay un camino", es gibt einen Weg: Leider, muss man hinzufügen, nur einen, der Hugo Chávez in den Präsidentenpalast führt. Venezuela hat wieder einmal den populistischen Ex-Offizier zum Staatsoberhaupt gewählt. Mit dieser Wahl sieht das Land einer düsteren Zukunft entgegen, die notwendige Sanierung der Wirtschaft dürfte nun ausbleiben.
Chávez ist seit 1999 im Amt, und nach einer Verfassungsänderung von 2009 darf er das auch unbegrenzt bleiben. Bei seiner Wiederwahl sammelte er vor allem in den Armenvierteln viele Stimmen ein, was kaum verwundert: Tatsächlich hat er es geschafft, die Armut signifikant zu senken. Und für die, die noch immer arm sind, ist Chávez weiterhin der Hoffnungswert. Doch dieser Erfolg ist teuer erkauft. Die Programme zur Bekämpfung der Armut sind mit den Einnahmen aus dem Ölgeschäft finanziert.
Hier konnte Chávez bislang zwar aus den Vollen schöpfen, bei Amtsantritt lag der Barrelpreis bei acht Dollar, heute mehr als 100 Dollar. Aber lange wird das nicht mehr gut gehen. Er hat es versäumt, die marode Ölindustrie zu sanieren.
Für die schwer zu erschließenden Ölvorkommen im Orinoco-Delta fehlen Fachkräfte. Investoren aus dem Ausland fürchten Verstaatlichungsorgien. Und die zuletzt stark gestiegene Kriminalität und Gewalt lockt nicht gerade Investoren an. Zugleich hat es Chávez verpasst, die Wirtschaft breiter aufzustellen. Zumal sie noch nicht einmal in der Lage ist, die eigene Bevölkerung mit Nahrungsmitteln zu versorgen.
Die einzige Hoffnung: Der zwischenzeitlich an Krebs erkrankte Präsident hat es bisher nicht geschafft, für die Nachfolge zu sorgen. Das System ist so auf ihn zugeschnitten, dass es implodieren könnte, sobald ein Kronprinz in Sicht ist. Dann könnte doch noch die Stunde der Opposition schlagen.
Die Abwrackprämie wurde auch als politischer Dummfug gegeißelt.
Und jetzt werden hundert Milliarden in Südeuropa versenkt, und die Presse jubelt.
Anstatt einer Urlaubsprämie (2000€ staatlicher Zuschuss pro Nase für Urlaube in Euro-Krisenländern), die auch wirklich den hart arbeitenden Deutschen zu gute kommt.