Kein Pardon für Dissidenten: Chinas Präsident Hu Jintao
Die 195 von Zhang Lin ins Internet gestellten Texte enthielten Zitate von Punk-Songs, die laut der Regierung in Peking die chinesischen Staatsbürger zum Umsturz auffordern. Einer der Musiktitel enthielt folgende Verse: „Der Gelbe Fluss soll austrocknen, die Gesellschaft zusammenbrechen, das System zerstört werden, das Land zu Grunde gehen.“
Zhang hat bereits Berufung gegen das Urteil eingelegt. Sein Anwalt wollte aber nicht darüber spekulieren, wie groß die Chance in einem Berufungsprozess sind. „Wir werden sehen, wie das Gericht entscheidet“, sagte er. Während des Prozesses hat Zhang mit Hungerstreiks gegen seine Festnahme sowie körperliche Misshandlungen protestiert.
Dissident war bereits acht Jahre in Haft
Der Aktivist Zhang Lin ist für die chinesischen Behörden kein Unbekannter. Erst 2001 wurde er aus einer achtjährigen Haft entlassen, die er ebenfalls für politische Agitation gegen das herrschende Regime verbüßen musste.
Das chinesische Regime unterdrückt öffentlichen Protest und verhaftet regelmäßig politische Dissidenten. Diesen droht im Höchstfall eine lebenslängliche Freiheitsstrafe. Zhang ist nur einer von Dutzenden Aktivisten, die wegen im Internet veröffentlichten Texten verhaftet wurden.
Eine Sprecherin des Komitees zum Schutz von Journalisten, einer Interessenvertretung dieses Berufsstandes, sagte: „Zhang Lin hat nichts anderes getan, als friedlich seine Meinung kund zu tun. Wir sind schockiert über diese ungerechte Strafe und fordern die chinesische Regierung auf, Zhang sofort freizulassen.“