Jiang Lingyuan knipst das Licht an. Aus der Dämmerung taucht die Union of Happiness auf, die Gemeinschaft der Glückseligen. Noch ist es nur ein Modell. Doch bald soll das Resort mit seinen drei 18-stöckigen Hochhäusern keine 100 Meter vom Strand entfernt fertig sein.
Umgerechnet 2270 Euro kosten die Wohnungen pro Quadratmeter. "Und hier entstehen unseren romantischen Villen", sagt Jiang und zeigt auf die Häuser in der vordersten Reihe. Mit eigenem Swimmingpool, direkt am Privatstrand. Die Nachfrage, vor allem aus den Großstädten wie Schanghai oder Guangzhou, sei groß.
Auf der südchinesischen Tropeninsel Hainan herrscht Goldgräberstimmung. In den vergangenen Monaten ist sie zum Symbol der wirtschaftlichen Dynamik und des neuen Wohlstands in China geworden, aber auch zum Ausdruck der Maßlosigkeit, die die Gesellschaft zunehmend spaltet.
Die Regierung in Peking hat das Ziel ausgegeben, Hainan solle bis 2020 ein internationaler Touristen-Hotspot werden. Seitdem bleibt kein Stein auf dem anderen. Am Horizont, wo die drei Flüsse in der Boao-Bay zusammenfließen, sind zwölf eingerüstete Hochhäuser zu sehen. Kräne schwingen umher.
Im Süden der Insel, die so groß ist wie Belgien und auf demselben Breitengrad wie Hawaii liegt, entsteht das größte Hotel Asiens, behauptet der Projektentwickler. Geplant sind eine Windhundrennbahn und ein Kasino, denn Gerüchten zufolge soll das Glücksspielverbot auf Hainan fallen.
Anfang April fand Chinas erste Luxus-Lifestyle-Messe in Sanya statt, der Stadt, die von sich behauptet, Chinas extravagantes Äquivalent zur französischen Riviera zu sein. Für das Wohl von 4000 chinesischen Spitzenverdienern war gesorgt.
Teil 2: Der Traum von einer Eigentumswohnung