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Merken   Drucken   16.02.2012, 11:39 Schriftgröße: AAA

Chinas Kronprinz: Hol Ly-wood

Chinas künftiger starker Mann Xi Jinping liebt das amerikanische Kino. Jetzt will er den Trickfilmstar Kung Fu Panda in seine Heimat holen - und verbündet sich dafür mit einem der großen US-Studios. von Helene Laube  San Francisco
Chinas künftiger starker Mann mag es im Kino gern wuchtig. Xi Jinping liebt Filmexporte aus Hollywood, am liebsten über den Zweiten Weltkrieg. Steven Spielbergs "Der Soldat James Ryan" hat es ihm besonders angetan, kabelten Diplomaten nach einem Abendessen mit dem US-Botschafter in Peking nach Washington. Wikileaks enthüllte die Depeschen. Demnach gefällt Xi, dass die Welt in solchen Filmen in Gut und Böse aufgeteilt ist. Und dass das Gute am Ende meist siegt.
Xi Jinping, Vizepremier Chinas   Xi Jinping, Vizepremier Chinas
Doch mit dem Starregisseur Spielberg wird Xi vorerst wohl nicht ins Geschäft kommen. Der boykottierte vor vier Jahren Olympia in Peking. Dass Xi damals Chefaufseher der Spiele war, macht die Sache fast persönlich.
Doch nun scheint sich das Blatt für Xi zu wenden. Spielbergs ehemaliger Kumpane Jeffrey Katzenberg ist anscheinend unpolitischer und denkt ganz im Interesse seiner Aktionäre. Der Vorstandschef des Trickfilmstudios Dreamworks Animation wird mit Xi in Los Angeles ein Joint Venture mit zwei staatlichen chinesischen Medienkonzernen enthüllen. Über den Schulterschluss wird seit Monaten spekuliert. Laut Financial Times soll es nun so weit sein: Wenn Xis eng getakteter Terminplan mitspielt, verkündet er den Zusammenschluss zwischen dem Produzenten von "Shrek" und "Madagascar" sowie der Shanghai Media Group und China Media Capital.
Er freue sich auf den Aufbau einer kooperativen Partnerschaft, die auf gegenseitigem Respekt basiere, sagte Xi bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Doch den vermissen amerikanische Filmstudios häufig noch in China: Die Partei lässt jährlich nur rund 20 ausländische Filme zu. Ende der 90er-Jahre mussten Konzerne wie Disney, Sony Pictures und MGM ihre Geschäfte nach China-kritischen Filmen wie "Sieben Jahre in Tibet" oder "Kundun" vorübergehend einstellen. China war 2011 aber auch der fünftgrößte Kinomarkt außerhalb der USA - mit Einnahmen von 2 Mrd. Dollar. In zehn Jahren soll China Weltspitze sein.
Immerhin kommen die Studios nun mit einem Unterhaltungsvirtuosen ins Geschäft: Die Spiele 2008 meisterte Xi nach Meinung seiner Partei mit einem gekonnten Mix aus Kitsch, Folklore und Pathos mit Bravour. Seine zweite Ehefrau ist eine erfolgreiche Schlagersängerin. Und so schlimm sind die Hollywood-Filme ja auch nicht mehr. Mit der "Kung Fu Panda"-Reihe setzte Dreamworks der chinesischen Kampfsportkunst sogar ein Denkmal.
  • Aus der FTD vom 16.02.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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