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Merken   Drucken   30.03.2011, 11:38 Schriftgröße: AAA

Chronik der Katastrophe in Japan: Foodwatch für Importstopp japanischer Lebensmittel - Die Ereignisse vom Dienstag

Ein erneutes, bis in die Hauptstadt spürbares Nachbeben hat den Nordosten Japans heimgesucht. Experten wissen nicht, wohin mit dem kontaminierten Abwasser der provisorischen Kühlung. Zudem tritt offenbar weiter Plutonium aus Reaktoren des beschädigten Atomkraftwerks Fukushima Daiichi aus.
© Bild: 2011 Tepco/Kyodo News/Reuters
Ein erneutes, bis in die Hauptstadt spürbares Nachbeben hat den Nordosten Japans heimgesucht. Experten wissen nicht, wohin mit dem kontaminierten Abwasser der provisorischen Kühlung. Zudem tritt offenbar weiter Plutonium aus Reaktoren des beschädigten Atomkraftwerks Fukushima Daiichi aus.
18:16 Die Zahl der Toten ist weiter gestiegen - sie liegt jetzt bei 11.168 Personen. Das meldete der staatliche Nachrichtensender NHK nach Polizeiangaben. Mehr als 16.400 Menschen würden noch vermisst. In der Präfektur Miyagi wurden bis jetzt 6792 Todesopfer bestätigt, in Iwate 3301. Für die Präfektur Fukushima wurden 1017 Tote gemeldet. Die Aufräumarbeiten dort sind jedoch wegen des beschädigten Atommeilers äußerst schwierig. Rettungskräfte können wegen der Strahlengefahr nur schwer in der Zone rund um die Atomruine arbeiten. Die anderen Toten wurden aus acht weiteren Präfekturen im Nordosten und aus der Region um Tokio gemeldet. Die Behörden erwarten noch mehr Opfer.
17:05 Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat nach dem Atomunglück in Japan einen Importstopp für Lebensmittel aus dem Land gefordert und die Erhöhung einiger EU-Grenzwerte kritisiert. Es gebe in Europa zwar derzeit keinen Anlass zur Sorge über hochbelastete Produkte aus Japan im Handel. Bestimmte Grenzwerte der Radioaktivität für japanische Lebensmittel dürften aber nicht erhöht werden, sagte Foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode am Dienstag in Berlin. Das Umweltinstitut München schloss sich dem an. Foodwatch forderte mehr Informationen von Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner  (CSU).
Aigner ließ die Kritik zurückweisen. "Die vor fast 25 Jahren beschlossenen Grenzwerte, die auch jetzt als Konsequenz aus der Reaktor-Katastrophe in Japan europaweit Anwendung finden, entsprechen den aktuellen international verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen", sagte ein Sprecher. "Die europäischen Grenzwerte sind international wie national anerkannt und stellen den Schutz der Verbraucher in unmittelbarer Reaktion auf ein krisenhaftes Ereignis wie die Katastrophe in Japan sicher."
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Stand der Informationen: 6. April 2011, 13 Uhr (MEZ)


16:23 Die Autoproduktion in Japan wird noch auf unabsehbare Zeit brachliegen. Toyota  teilte den wichtigsten Zulieferern mit, dass die Bänder mindestens bis zum 11. April weiter stillstehen werden. Das meldete die Nachrichtenagentur Reuters. Damit ruht in den 18 heimischen Montagewerken, in denen sowohl Toyota- als auch Lexus-Modelle zusammengebaut werden, weiter die Fertigung. Konkurrent Honda  will die Produktion noch mindestens bis zum Wochenende ruhen lassen. Nissan  plant, eine nur 50 Kilometer vom havarierten Atomkraftwerk Fukushima entfernte Anlage bis Anfang Juni wieder hochzufahren.
15:30 Die Opposition forderte die Regierung von Ministerpräsident Naoto Kan auf, die Evakuierungszone rund um Fukushima auszuweiten. Damit müssten zusätzlich zu den bereits in Sicherheit gebrachten 70.000 Bewohnern weitere 130.000 Menschen ihre Wohnorte verlassen.
14:53 Wind aus Südwesten trägt die radioaktiven Partikel vom havarierten Atomkraftwerk vorerst weiter auf den Pazifik hinaus. Am Mittwochabend soll er allerdings seine Richtung ändern und in Richtung der Millionen-Metropole Tokio wehen. Böen bis Stärke sechs treiben die Radioaktivität dann auf den Großraum mit seinen rund 35 Millionen Menschen zu. "Dort steigt die Konzentration folglich an, allerdings deutlich verdünnt gegenüber der Ausgangsregion", sagte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach vorher. Genaue Werte kennen die Wetterfachleute noch nicht. Dazu kommt noch Regen, der die gefährlichen Partikel zu Boden bringen kann.
"In der Nacht zum Donnerstag dreht der Wind dann aber auch schon wieder", sagte DWD-Meteorologin Dorothea Paetzold vom Deutschen Wetterdienst. Dabei frischt er kräftig auf und pustet die Luft wieder auf das Meer hinaus.
14:01 Tepcos Vizepräsident Sakae Muto hat Pläne über die Verstaatlichung des AKW-Betreibers ebenfalls dementiert. Das Unternehmen konzentriere sich derzeit voll darauf, das beschädigte Kraftwerk wiederherzustellen, sagte Muto in einer Pressekonferenz.
13:30 Die Brennstäbe in den Reaktoren 1 bis 3 des havarierten AKW Fukushima sind nach Angaben der japanischen Atomaufsicht beschädigt. Es bestehe eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Schutzhüllen nicht mehr dicht seien, teilte die Behörde mit.

Die Ereignisse seit 10:23

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