Es ist die schlimmste Naturkatastrophe seit Menschengedenken in Japan. Schwere Erdstöße und ein anschließender Tsunami verwüsten weite Landstriche. FTD.de berichtet über das Beben und seine Folgen.
23.55: In den beiden Atomkraftwerken in Fukushima droht ein weiterer Reaktor außer Kontrolle zu geraten. Die japanische Nachrichtenagentur Kyodo meldete am Sonntagmorgen (Ortszeit), in einem sechsten Reaktorblock falle die Kühlung aus. In dem besonders schwer betroffenen Reaktorblock 1 des Kraftwerks Fukushima Eins begannen Techniker damit, die Anlage mit Meerwasser zu fluten um eine drohende Kernschmelze zu verhindern. Dagegen läuft die externen Kühlung der Meiler in der benachbarten Atomanlage Fukushima II nach Betreiberangaben offenbar normal.
23.08: Nach dem Sendai-Erdbeben in Japan will die Notenbank einem Medienbericht zufolge am Montag die Finanzmärkte mit einer Notaktion beruhigen. Die Nachrichtenagentur Jiji berichtete, sollen dem Geldmarkt mehrere Billionen Yen zur Verfügung gestellt werden. Dies sei die erste kurzfristige Operation dieser Art seit Mai vergangenen Jahres. Damals hatte die Bank von Japan 2000 Mrd. Yen (17,1 Milliarden Euro) in die Märkte gepumpt, um die Belastungen durch die Schuldenkrise Griechenlands aufzufangen. Nach dem Erdbeben und dem anschließenden Tsunami am Freitag hatte die Notenbank in Aussicht gestellt, alles zu tun, was in ihrer Macht stehe, um die Finanzmarktstabilität sicherzustellen.
22.36: Nach einer Explosion im Atomkraftwerk Fukushima haben Techniker damit begonnen, den Kern des beschädigten Reaktors 1 mit Meerwasser zu fluten. Damit soll nach einer Meldung der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo eine drohende Kernschmelze verhindert werden. Der Reaktor war durch das Erdbeben am Freitag beschädigt werden. Die Kühlung fiel aus. Damit droht ein Super-GAU, obwohl die ursprüngliche Kettenreaktion wegen der Naturkatastrophe gestoppt worden war.
22.10: Japan hat nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA eine Verringerung der Radioaktivität am Katastrophenreaktor Fukushima 1 festgestellt. Nach einem anfänglichen Anstieg hätten die Behörden in den vergangenen Stunden eine Abschwächung beobachtet, teilte die IAEA in Wien mit. Die Explosion in der Anlage Fukushima I sei den japanischen Angaben zufolge außerhalb der hauptsächlichen Sicherheitshülle geschehen.
Zuvor hatten Bilder der Detonation in der Anlage, die auch unter dem Namen Fukushima Daiichi bekannt ist, Ängste vor einer Kernschmelze ausgelöst. Die Explosion hat offenbar die Fassaden des Reaktorgebäudes weggesprengt. Der Kern scheint aber noch nicht beschädigt. Er muss gekühlt werden, damit der Druck im Innern nicht zu hoch wird. Ansonsten droht der Austritt hochgefährlicher Radioaktiver Stoffe.