Es ist die schlimmste Naturkatastrophe seit Menschengedenken in Japan. Schwere Erdstöße und ein anschließender Tsunami verwüsten weite Landstriche. FTD.de berichtet über das Beben und seine Folgen.
00:10 Die SPD will bei einer Regierungsübernahme in Baden-Württemberg die Atomreaktoren Neckarwestheim 1 und Philippsburg noch in diesem Jahr abschalten. "Ich werde in Baden-Württemberg alles in Bewegung setzen, die beiden ältesten Meiler in unserem Land bis Jahresende stillzulegen", sagte SPD-Spitzenkandidat Nils Schmid "Rheinischen Post". Nach einem Regierungswechsel werde sich Baden-Württemberg zudem der Verfassungsklage der SPD-regierten Länder gegen die Verlängerung der Atomlaufzeiten durch die schwarz-gelbe Bundesregierung anschließen. In Baden-Württemberg wird am 27. März der Landtag gewählt.
23:30 Die erlaubten Grenzwerte für radioaktive Strahlung sind nach Angaben der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo am frühen Montagmorgen (Ortszeit) im beschädigten Kernkraftwerk Fukushima erneut überschritten worden. Schon am Sonntag waren in dem japanischen AKW Spitzenwerte von mehr als 1200 Mikrosievert statt den erlaubten 500 Mikrosievert gemessen worden.
23:00 Die japanischen Behörden haben nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) für das Atomkraftwerk (AKW) Onagawa wieder eine Normalisierung der Radioaktivität festgestellt. "Die japanischen Behörden gehen nun davon aus, dass der Anstieg auf radioaktives Material aus dem Atomkraftwerk Fukushima Daiichi zurückzuführen sein könnte", teilte die IAEA am Sonntag in Wien mit. "Untersuchungen an der Anlage haben gezeigt, dass aus keinem der drei Blöcke in Onagawa Emissionen von Radioaktivität ausgetreten sind", hieß es weiter.
22:20 Der Bahnbetreiber East Japan Railway Co. schränkt die Zahl der Zugverbindungen ein, um Strom zu sparen. Das betrifft das Umland Tokios, Yamanote, Chuo, Keihin-Tohoku und Joban.
21:55 Die Katastrophe in Japan erhöht nach Auffassung der Ratingagentur Moody's die Wahrscheinlichkeit einer schlechteren Bonitätsnote nicht maßgeblich. "Die Regierung eines großen und reichen Landes sollte in der Lage sein, örtlich begrenzte Naturkatastrophen zu bewältigen", sagte Moody's-Japanexperte Tom Byrne. Volkswirte gehen davon aus, dass das Erdbeben und der folgende Tsunami einen Dämpfer für die japanische Wirtschaft bedeuten werden. Der Wiederaufbau werde die Konjunktur dann aber wieder anschieben.
21:10 Bisher mussten etwa 530.000 Menschen ihre Wohnungen und Häuser verlassen, meldet die Nachrichtenagentur Kyodo. Rund 450.000 sind durch das Beben und den Tsunami obdachlos geworden. Weitere 80.000 verließen ihre Unterkünfte, als die Behörden die Sicherheitszone um die havarierten Kernkraftwerke in Fukushima auf 20 Kilometer ausdehnten.
20:45 An den weltweiten Finanzmärkten wird sich das schwerste jemals gemessene Erdbeben in Japan bremsend auswirken. So wird gerade an der Börse in Tokio am Montag mit erheblich verstärkten Aktienverkäufen gerechnet. Eine globale Rezession als Folge halten Marktbeobachter für unwahrscheinlich. Der Future des Nikkei 225 deutete am Sonntagabend auf ein Minus von rund 2,8 % und eine Eröffnung bei etwa 9970 Zählern. Der Nikkei hatte am Freitag 1,7 Prozent verloren und schloss bei 10.254,43 Punkten auf dem niedrigsten Stand seit Ende Januar. Die versicherten Schäden des Erdbebens in Japan könnten sich nach Schätzung der Risikoexperten von AIR Worldwide auf bis zu knapp 35 Mrd. Dollar belaufen. Diese Berechnung berücksichtige allerdings nicht die Auswirkungen des auf das Beben folgenden Tsunami und einer etwaigen Atomkatastrophe, teilte die auf die Berechnung von Naturkatastrophen-Schäden spezialisierte US-Firma am Sonntag mit.