Es ist die schlimmste Naturkatastrophe seit Menschengedenken in Japan. Schwere Erdstöße und ein anschließender Tsunami verwüsten weite Landstriche. FTD.de berichtet über das Beben und seine Folgen.
20:40 Nach Schätzungen japanischer Behörden sind bei Temperaturen um den Gefrierpunkt mindestens 1,4 Millionen Haushalte ohne Wasser und 2,5 Millionen ohne Strom. Vielerorts werden Benzin und Lebensmittel knapp.
20:21Die US-Atomaufsichtsbehörde geht davon aus, dass weder für Hawaii noch für die US-Westküste mit gesundheitsschädlichen radioaktiven Belastungen aus Japan zu rechnen sei.
20:15 Die zehn Atomtechniker, die während des Erdbebens in Japan auf dem Gelände des Atomkraftwerks Fukushima 1 tätig waren, sind auf dem Rückweg nach Deutschland. Nach Auskunft eines Sprechers des Kraftwerkherstellers Areva waren sie bei dem japanischen AKW-Betreiber Tepco, um ein Prüfsystem vorzustellen. Die zehn Mitarbeiter des Unternehmens seien unverletzt, es gehe ihnen den Umständen entsprechend gut.
19:20 Auch in der Nacht (Ortszeit) steigt die Zahl der Opfer der Katastrophe. Behörden identifizierten bis zum frühen Montagmorgen 1597 Opfer, 1481 gelten nach Angaben der nationalen Polizeiagentur offiziell noch als vermisst. Behörden meldeten bisher mehr als 1.800 Tote. Nicht in diese Zahlen eingeschlossen sind 200 bis 300 Opfer, die an der Küste der Präfektur Miyagi gefunden wurden. Der Polizeichef der Präfektur rechnet mit weit höheren Opferzahlen, da man immer noch keinen Kontakt mit mehr als zehntausend Einwohnern habe.
18:50 In der japanischen Erdbebenzone hat sich die Lage im Kernkraftwerk Tokai nach Angaben der Betreiberfirma, Japan Atomic Power Company, wieder entspannt. Alle Kontrollstäbe seien in der richtigen Position im Reaktor hieß es. Die Betreiberfirma versicherte, es habe keine Zwischenfälle beim Abkühlen des Reaktors gegeben. Die Anlage hatte sich während des Bebens am Freitag automatisch abgeschaltet.
18:30 In Kalifornien hat der durch das Erdbeben vor Japan ausgelöste Tsunami Schäden in Höhe von mindestens 50 Mio. Dollar angerichtet. Dabei handele es sich aber lediglich um eine vorläufige Prognose, sagte Geologie-Professorin Lori Dengler von der kalifornischen Humboldt State University der "Los Angeles Times". "Das wird noch steigen", sagte die Direktorin des Erdbebenzentrums der Hochschule. "Es wird für Kalifornien zu einer teuren Angelegenheit werden."
17:55 Der Reaktor Tokai Zwei wird trotz des Ausfalls zweier Dieselgeneratoren durch den funktionierenden dritten Generator ausreichend gekühlt, teilte der AKW-Betreiber Japan Atomic Power mit.
Der Anstieg der Radioaktivität im Atomkraftwerk Onagawa ist einer japanischen Agentur zufolge Ergebnis des Lecks im Kraftwerk Fukushima. Die Betreibergesellschaft Tohoku sehe keine Probleme bei der Kühlung von Onagawa.
17:30 In einem dritten Atomkraftwerk in Japan ist am Sonntag das Kühlsystem ausgefallen, berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf die Feuerwehr. Es handelt sich um das AKW Tokai in der Präfektur Ibaraki an der Ostküste südlich von Fukushima. Das Kraftwerk befindet sich etwa 120 Kilometer nördlich der Hauptstadt Tokio. 1999 hatte es dort einen Atomunfall gegeben.
16:40 An der Börse in Tokio wird der Handel in der neuen Woche im Zuge der Erdbebenkatastrophe voraussichtlich mit deutlichen Verlusten einsetzen. Der Nikkei 225 wurde an den Future-Märkten am späten Sonntagabend (Ortszeit) unter 10.000 Punkten gesehen.
Analysten und Investoren erwarten bei Aktien und Branchen, die direkt von Erdbeben, den darauf folgenden Tsunami und den Problemen bei zwei zerstörten Atomreaktoren an der Küste des Katastrophengebietes betroffen sind, die schwersten Verluste. Zu diesen Unternehmen zählen der Versorger Tokyo Electric Power Co.(Tepco), der Kraftwerksbauer Toshiba Corp., die Bahngesellschaft East Japan Railway Co. und der Chemiekonzern Shin-Etsu Chemical Co.
Atomreaktor wird mit Meerwasser gekühlt