Es ist die schlimmste Naturkatastrophe seit Menschengedenken in Japan. Schwere Erdstöße und ein anschließender Tsunami verwüsten weite Landstriche. FTD.de berichtet über das Beben und seine Folgen.
11:18 Uhr Der weltgrößte Hersteller von Digitalkameras Canon hat den Betrieb in acht Fabriken in Nordjapan vorrübergehend ausgesetzt. Die Produktions- und Entwicklungsstandorte würden "länger als zwei, drei Tage" stillgelegt, sagte ein Konzernsprecher am Sonntag.
10.59 Uhr: Japan hat der Internationalen Atomenergie Behörde (IAE) den Tod eines Kranfahrers sowie die Verletzung sieben weiterer Mitarbeiter des Kraftwerks Fukushima Daichi gemeldet. Vier davon seien bei der Explosion auf dem Gelände am Samstag verletzt worden, ein Arbeiter sei "höherer Strahlung" ausgesetzt gewesen, meldet die IAE auf ihrer Website.
10.50 Uhr: Regierungs- und Oppositionsparteien wollen über vorübergehende Steuererhöhungen zur Bewältigung der Folgen des Bebens beraten. Die Japanische Zentralbank hat nach eigenen Angaben seit Samstag 55 Mrd. Yen (etwa 485 Mio. Euro) zur Katastrophenhilfe an 13 Finanzinstitute verteilt.
10.19 Uhr: Russland liefert Japan zusätzliches Flüssiggas um die Energieressourcen des Inselstaates nach dem Ausfall mehrerer AKWs aufzufüllen. Ein Tankschiff mit 19.500 Kubikmetern Flüssiggas an Bord sei am Sonntag von der Pazifik-Insel Sachalin im russischen Fernen Osten aus in See gestochen, meldete die Agentur Interfax. An diesem Montag solle eine weitere Ladung mit 100.000 Kubikmetern folgen.
10.07 Uhr: Australien verlangt von Japan volle Aufklärung über die Bedrohung, die von dem beschädigten Atomkraftwerk ausgeht. "Wir und alle anderen Länder brauchen dringend weitere Informationen über den genauen Status dieser Reaktoren", sagte der australische Verteidigungsminister Kevin Rudd. "Wir brauchen weitere Angaben über die technischen Aspekte und die Sicherheitsaspekte von der japanischen Regierung."
10.03 Uhr: Das Erkundungsteam der Hilfsorganisation I.S.A.R. Germany kehrt aus Japan nach Deutschland zurück. Zur Begründung sagte Präsidentin Daniela Lesmeister am Sonntag, es gebe noch kein internationales Hilfeersuchen der japanischen Regierung. Rettungsteams seien aus den USA, Neuseeland, Australien und Korea angefordert worden sowie aus Staaten, mit denen es bilaterale Vereinbarungen gebe. Außerdem setze Japan Tausende Soldaten in der Katastrophenregion ein.
09.50 Uhr: Der Flugverkehr zwischen Japan und Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt bleibt auch am Sonntag nahezu unberührt von den Ereignissen. Lediglich ein Lufthansa-Flug nach Nagoya wurde annulliert, die anderen vier Maschinen nach Tokio und Osaka sollten wie geplant starten.
09.44 Uhr: Ein Rettungsteam des Technischen Hilfswerks bereitet nach seiner Ankunft in Japan trotz radioaktiver Strahlung in einigen Regionen seinen Einsatz vor. Ziel ist der Ort Tome in der Präfektur Miyagi nördlich der Stadt Sendai. "Wir wollen die Gesundheit von niemandem aufs Spiel setzen. Aber im Moment ist die Situation so, dass wir ausrücken" sagte der Teamleiter.
08.36 Uhr: Die japanische Polizei findet nach eigenen Angaben in dem von dem Erdbeben und dem Tsunami betroffenen Küstenstreifen im Norden des Landes immer mehr Tote. Die Behörden gehen inzwischen offiziell von mehr als 1000 Toten aus, fast 10.000 Menschen gelten noch als vermisst. Der Fernsehsender NHK berichtete unter Berufung auf die örtliche Polizei, in der japanischen Katastrophenregion Miyagi habe es möglicherweise 10.000 Tote gegeben.
08.02 Uhr: Die japanische Regierung hält eine weitere Explosion in der Atomanlage Fukushima 1 für möglich. "Wir können nicht ausschließen, dass sich im Bereich des Reaktors 3 wegen einer möglichen Ansammlung von Wasserstoff eine Explosion ereignen könnte", sagte Regierungssprecher Yukio Edano. Sollte dies eintreten, werde dies aber "kein Problem" für den Reaktor bedeuten. Am Samstagnachmittag hatte sich in dem AKW bereits eine Explosion ereignet, die das Gebäude rund um Block 1 zerstörte.
Nachbeben erschüttern Japan am Sonntagmorgen