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Merken   Drucken   02.05.2011, 21:42 Schriftgröße: AAA

Chronik zu Bin Ladens Tod: Bin Laden beschoss Spezialeinheit

Osama Bin Laden wurde erschossen - die Aktion gegen den Al-Kaida-Chef hätte jedoch nicht mit dessen Tod enden müssen, meint ein Präsidentenberater. In Deutschland wird die Todesnachricht mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Die Ereignisse im Rückblick.
21:40 Uhr Zwischen den USA und Pakistan droht Streit wegen einer möglichen Unterstützung des getöteten Al-Kaida-Chefs durch den US-Verbündeten. Es sei unvorstellbar, dass Bin Laden nicht systematisch unterstützt worden sei, saget der oberster Berater für Terrorismusbekämpfung des Präsidenten, John Brennan. Die USA würden daher nun untersuchen, wie es Bin Laden möglich gewesen sei, so lange an einem Ort in Pakistan zu leben. Er wolle aber nicht darüber spekulieren, ob es offizielle pakistanische Hilfe für bin Laden gegeben haben könnte.
Brennan fügte hinzu, das Verhältnis beider Länder sei enorm wichtig für den erfolgreichen Kampf gegen die Al-Kaida. Gleichwohl gebe es zwischen den beiden unterschiedliche Meinungen, wie gegen die Militanten gekämpft werden sollte. Angesichts des Umstands, dass Bin Laden in einer wohlhabenden Gegend nahe der pakistanischen Hauptstadt Islamabad gewohnt habe, sei auch verständlich, dass US-Politiker die Frage nach den US-Finanzhilfen für die pakistanische Regierung aufwerfen würden.
20:45 Uhr Bundeskanzlerin Merkel hat Obama Anerkennung für die Tötung des Bin Laden gezollt. Merkel habe am frühen Montagabend mit Obama telefoniert, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit. "Die Bundeskanzlerin hat in dem Gespräch die erfolgreiche US-Militäraktion gegen Osama bin Laden gewürdigt." Merkel und Obama hätten zudem einander ihre Entschlossenheit zugesichert, den Kampf gegen den Terror gemeinsam weiterzuführen.
Erste Videoaufnahmen Bin Ladens Versteck von innen
20:37 Uhr Der peruanische Präsident Alan Garcia hat einen Zusammenhang zwischen der Seligsprechung von Papst Johannes Paul II. und dem Tod des Terroristenführers hergestellt. "Sein erstes Wunder war, die Welt von der Inkarnation des Bösen, der dämonischen Inkarnation des Verbrechens und des Hasses zu befreien, uns die Botschaft zu geben, dass die Person, die Hochhäuser und Gebäude in die Luft gesprengt hat, nicht länger ist", sagte Garcia bei der Einweihung eines Wasserkraftwerks. Papst Johannes Paul II. wurde am Sonntag in Rom seliggesprochen.
20:15 Uhr Der Chef des Bundeskriminalamtes (BKA), Jörg Ziercke , sieht den Tod des Terroristen mit gemischten Gefühlen. "Wir müssen weiter sehr wachsam bleiben, weil ich glaube dass al Kaida seine Ziele nicht aufgegeben hat", sagte Ziercke dem ZDF. Die Gefahr des Terrorismus sei dadurch nicht entkräftet. Seine ideologische Führungsrolle wolle al Kaida weiter behalten, auch wenn nicht so charismatische Führungspersönlichkeiten zur Verfügung stünden. Doch in den "Filialen" des Terrornetzes auf der arabischen Halbinsel sowie im Maghreb gebe es Persönlichkeiten, die sich international bereits hervorgetan hätten.
20:10 Uhr Die Kommandoaktion gegen Osama bin Laden hätte nach den Worten eines Top-Berater des US-Präsidenten nicht mit dem Tod des Terroristenchefs enden müssen. Man sei auch darauf vorbereitet gewesen, ihn gefangen zu nehmen, sagte Obamas Anti-Terror-Berater John Brennan. Zuvor hatte es geheißen, Ziel der Mission sei die Tötung Bin Ladens gewesen.
Aus Regierungskreisen in der US-Hauptstadt verlautete dazu, Bin Laden habe auf die angreifenden Spezialisten der Navy Seals geschossen, die das Feuer erwidert hätten. Bin Laden sei schließlich gegen Ende des 40-minütigen Angriffs selbst schießend tödlich getroffen worden.
19:52 Uhr "Der Gerechtigkeit ist Genüge getan", sagte Obama in der Nacht zum Montag in seiner Fernsehansprache. "Bin Laden war kein muslimischer Führer, er war ein Massenmörder von Muslimen."
19:49 Uhr Die Zusammenarbeit mit Pakistan hat laut US-Außenministerin Clinton entscheidend zum Aufspüren von Bin Laden in der Stadt Abbottabad beigetragen. Das Land habe in großartiger Weise die amerikanischen Bemühungen um die Zerschlagung des Terrornetzwerks Al Kaida unterstützt, sagte Clinton.
19:33 Uhr Die Tötung Bin Ladens kann nach Ansicht von Altkanzler Helmut Schmidt (SPD) unabsehbare Folgen haben. "Zum einen ist es ganz eindeutig ein Verstoß gegen das geltende Völkerrecht. Zum anderen kann es - weil überall in der arabischen Welt Unruhe herrscht - zu Folgewirkungen führen, die man im Augenblick wirklich nicht übersehen kann", sagte Schmidt in der ARD-Sendung "Beckmann". Er habe aber volles Verständnis für den Triumph der Amerikaner, "nachdem zweifellos Bin Laden der Urheber dieses schändlichen Attentats auf das World Trade Center gewesen war".

Bin Laden wurde von Ehefrau identifiziert

  • FTD.de, 02.05.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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