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Merken   Drucken   22.03.2011, 05:08 Schriftgröße: AAA

Chronik zur Katastrophe in Japan: +++ Einsatzkräfte arbeiten wieder am AKW Fukushima +++

Aus den Reaktoren 2 und 3 steigt weißer Dunst auf. Die Arbeiten zur Installation der Stromversorgung gehen nach zehnstündiger Pause weiter. Reaktor 1 ist bereits an das Netz angeschlossen. Die Ereignisse des Tages im Überblick.
© Bild: 2011 Japan Defense Ministry/AP/dapd
Aus den Reaktoren 2 und 3 steigt weißer Dunst auf. Die Arbeiten zur Installation der Stromversorgung gehen nach zehnstündiger Pause weiter. Reaktor 1 ist bereits an das Netz angeschlossen. Die Ereignisse des Tages im Überblick.
04:40 Die japanische Polizei spricht inzwischen von 9.000 identifizierten Todesopfern. Wegen der immer noch sehr hohen Anzahl an Vermissten, muss mit rund 20.000 Toten als Folge der Katastrophe gerechnet werden.
03:30 Der Rauch, der am Dienstag erneut über dem beschädigten Block 3 des Unglückskraftwerks Fukushima aufstieg, könnte von brennenden Trümmerteilen stammen. Dies teilte der japanische Verteidigungsminister Toshimi Kitazawa mit. Bei dem weißen Dampf über Block 2 handle es sich um Wasserdampf. Das deutet auf eine anhaltende Wärmeentwicklung im Abklingbecken mit verbrauchten Brennstäbe in dem Block hin.
03:10 Die Reaktorblöcke sollen weiter mit Wasser besprüht werden, um eine Überhitzung zu vermeiden. Aufgrund der Nachwärme in den Reaktoren verdampfe das bisher zugeführte Wasser, so dass eine Fortsetzung des Einsatzes von Pumpen und Wasserwerfern erforderlich sei, sagte der Sprecher der Atomsicherheitsbehörde NISA, Hidehiko Nishiyama, auf einer Pressekonferenz. Bis Dienstagmittag wollen die Verantwortlichen eine Entscheidung treffen, ob die Lage vor Ort eine Wiederaufnahme der Wasserkühlung von außen zulasse. Dann sollen vor allem die Reaktorblöcke 3 und 4 mit Wasser besprüht werden.
Die Behörden hofften, dass die Verkabelung der Reaktortechnik mit einer von außen zugeführten Starkstromleitung in Block 2 bis Mittwoch abgeschlossen werden könnte. Neben Block 2 ist auch die Stromversorgung von Block 1 wieder möglich. Ziel ist es, die Beleuchtung in den Kontrollräumen wiederherzustellen und die reguläre Kühlung der Anlagen in Gang zu bringen.
Auch zu den Blöcken 3 und 4 sei eine Stromleitung verlegt worden, sagte der Sprecher. Sobald sichergestellt sei, dass die Technik unversehrt sei, werde auch dort mit den Anschlussarbeiten begonnen. Bei dem weniger kritischen Reaktorblock 6 läuft die Stromversorgung nach Angaben Nishiyamas über einen Notstromgenerator mit Diesel. Dieser soll demnächst ebenfalls durch eine externe Leitung von außen ersetzt werden.
02:42 An den Blöcken 1, 2, 3 und 4 des Unglückskraftwerks Fukushima I sind die Arbeiten zur Installation der Stromversorgung wieder aufgenommen worden. Das meldete die Nachrichtenagentur Kyodo. Der ausgetretene Dampf sei ungefährlich gewesen, teilte das AKW-Unternehmen Tepco mit. "Wir haben entschieden, dass es sicher ist, weiterzuarbeiten", sagte ein Sprecher.
01:55 Japans Regierung äußert sich skeptisch über die Lage in Fukushima. Es sei schwer zu sagen, ob sich das Ganze in eine sichere Richtung entwickle, sagte Wirtschaftsminister Banri Kaieda laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo.
01:15 Der Reaktor Fukushima I ist wieder an das Stromnetz angeschlossen. Der Meiler beziehe Energie vom Netz, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf den Betreiber des Meilers, Tepco, am Dienstag. Währenddessen war am Dienstagvormittag (Ortszeit) über Block 3 der Anlage weißer Dunst zu sehen, aus Block 2 wich offenbar Dampf aus. Die Ursachen sind nach Angaben der Atomsicherheitsbehörde NISA in beiden Fällen unklar. Die Arbeiten zur Wiederherstellung des elektrisch betriebenen Kühlsystems wurden auf Dienstag verschoben, um die Arbeiter nicht noch stärker zu gefährden.
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Stand der Informationen: 6. April 2011, 13 Uhr (MEZ)


21:37 Die aktuellsten Werte der IAEA, die am Rande der Anlage Fukushima I gemessen wurden, zeigen, dass dort die Strahlung bei rund 2000 Mikrosievert (2 Millisievert) pro Stunde liegt. Das bedeutet, dass die normale Bevölkerung dieser Strahlung nicht länger als 30 Minuten ausgesetzt sein sollte. Die Grenzwerte für AKW-Arbeiter liegen aber deutlich höher, zudem tragen die Einsatzkräfte meistens Schutzanzüge. Eine andere Messung ergab einen Wert von 160 Mikrosievert pro Stunde am Rand der 20-Kilometer-Evakuierungszone. Dort kann sich ein Mensch nur rund sechs Stunden ohne erhöhtes Risiko aufhalten.
19:25 Die Strahlungswerte in Fukushima seien auch außerhalb der Evakuierungszone hoch, berichtet die IAEA unter Berufung auf Messwerte von Sonntag. Die Werte außerhalb lägen außerhalb der 20-Kilometer-Zone teils erheblich über der natürlichen Strahlung. "Da muss man sich etwas überlegen", sagte ein hochrangiger IAEA-Beamter auf die Frage, ob eine Erweiterung der Evakuierungszone notwendig sei.
18:02 Das US-Militär verteilt in Japan Jodtabletten an amerikanischen Soldaten und deren Familien. Nach US-Medienberichten werden die Pillen zum Schutz vor Schilddrüsenkrebs durch radioaktive Strahlung auf vier verschiedenen Stützpunkten in Japan ausgegeben. Dabei handele es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, zitiert die Zeitung "Stars and Stripes" das US-Militär. Derzeit gebe es keine Hinweise darauf, dass US-Soldaten und deren Familien gesundheitsschädlicher Strahlung ausgesetzt seien.

Mehr als 18.000 Tote

  • FTD.de, 22.03.2011
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