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Merken   Drucken   16.03.2011, 07:54 Schriftgröße: AAA

Chronik zur Katastrophe in Japan: Erneuter Brand in Reaktor 4 - Die Ereignisse vom Dienstag

Nach einem neuen Feuer sind die Arbeiten in dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima I zwischenzeitlich eingestellt worden. In der Nacht zu Mittwoch kam es zu neuen Beben in Tokio.
© Bild: 2011 reuters
Nach einem neuen Feuer sind die Arbeiten in dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima I zwischenzeitlich eingestellt worden. In der Nacht zu Mittwoch kam es zu neuen Beben in Tokio.

04:52 In Tokio ereignet sich ein Nachbeben der Stärke 6,0. Kurz vor 13 Uhr (Ortszeit) seien starke Erdstöße zu spüren gewesen, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo.

04:38 Die vor kurzem angeordnete Evakuierung des AKW Fukushima I, die die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf die Atombehörde meldete, wurde offenbar wieder aufgehoben.

Nach Angaben der Behörde sei die Strahlung wieder gesunken. Zuvor hatte der Fernsehsender NHK berichtet, es dürfe aus Sicherheitsgründen niemand mehr in den Kontrollraum. Die Radioaktivität an der Atomanlage steige vermutlich wegen des beschädigten inneren Schutzmantels im Reaktor 2.

Nach wie vor ist der Behörde zufolge unklar, ob der Sicherheitsbehälter von Reaktor 3 beschädigt ist.

04:30 Nach zwei Tagen Talfahrt hat sich die japanische Börse spürbar erholt. Bis zur Handelsmitte legte der Nikkei mit 225 führenden Werten um 4,37 Prozent zu. Der asiatische Leitindex gewann 375,99 Punkte und notierte am Mittag bei 8981,14 Zählern und damit nur noch knapp unter der 9000er-Marke. Zu Beginn des Handels hatte das Plus teilweise sogar sechs Prozent betragen.

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Stand der Informationen: 6. April 2011, 13 Uhr (MEZ)


04:14 Südkorea will mit Borsäure helfen, die japanischen Atomreaktoren im Kraftwerk Fukushima zu stabilisieren. Der Stoff solle per Schiff nach Japan gebracht werden, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo. Das Meerwasser zur Kühlung der Reaktoren wird mit Bor versetzt. Die Chemikalie absorbiert Neutronen, verlangsamt die Kernspaltung und soll die Reaktoren so zusätzlich abkühlen.

03:48 Die Japaner brauchen zum Kühlen des Atomkraftwerks Fukushima wohl Hilfe aus den USA. Unterstützung der US-Truppen könnte nötig sein, sagte Regierungssprecher Edano. Zudem sagte er, Reaktor 4 wie geplant per Hubschrauber zu löschen, sei zu gefährlich.

03:43 Wegen der hohen Strahlung müssen die Arbeiter ihre Tätigkeit im Atomkraftwerk Fukushima I offenbar aussetzen. Nach einem Anstieg der Strahlenbelastung müsse die Bewässerung der Reaktoren zur Kühlung der Brennstäbe vorerst eingestellt werden, teilte der japanische Kabinettssekretär Yukio Edano mit.

03:34 Die japanische Regierung erwägt nach Angaben eines Sprechers nicht, die Evakuierungszone rund um das AKW Fukushima I zu vergrößern. Die radioaktive Strahlung am Atomkraftwerk Fukushima hat in der Nacht zum Mittwoch neue Rekordmarken erreicht. Es sei der Wert von 1000 Millisievert (1 Sievert) gemessen worden, berichtete Regierungssprecher Yukio Edano. Am Mittwochmorgen habe der Wert bei weiteren Messungen zwischen 600 und 800 Millisievert gelegen. 1000 Millisievert sind in Deutschland das Tausendfache dessen, was ein Mensch über ein ganzes Jahr hinweg an zusätzlicher Strahlung aufnehmen darf.

Die Strahlung im Reaktor 3 sei so hoch, dass Mitarbeiter des Atomkraftwerks das Gelände derzeit nicht betreten könnten. Das sagte Regierungssprecher Edano.

03:27 Wegen der durch die Naturkatastrophe in Japan ausgelösten Probleme in einem dortigen Atomkraftwerk hat Venezuela seine Atomenergiepläne auf Eis gelegt. Das teilte der venezolanische Präsident Hugo Chávez mit. Er glaube, dass die Probleme in den japanischen Atomanlagen neben Venezuela auch andere Länder zum Überdenken der Notwendigkeit von Atomprogrammen anregen werde. Dadurch würde die Ölnachfrage steigen, erklärte Chávez, dessen Land ein wichtiger Ölexporteur ist.

03:18 Im Atomkraftwerk Fukushima I sind offensichtlich gleich zwei Reaktoren in Brand geraten. Die Nachrichtenagentur Kyodo meldete am Mittwoch unter Berufung auf den Betreiber Tepco, dass auch vom Reaktor 3 Rauch aufsteige. Dessen Brennelemente enthalten auch hochgiftiges Plutonium. Zuvor war bereits im benachbarten Reaktorblock 4 ein Feuer ausgebrochen.

Die Strahlenbelastung in der Nähe der Reaktoren stieg kurz nach 02.00 Uhr (MEZ) der Regierung zufolge stark an. Etwa eine Stunde später sei der Wert wieder gefallen.

03:16 Radioaktive Partikel in der Luft werden vom japanischen Fukushima aus aufs Meer geweht. Der Wind habe in Richtung Südost/Ost gedreht und damit vom Land weg, sagte Meteorologe Marcus Beyer vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Ein Tief war zuvor über Japan hinweg nach Nordosten gezogen und hatte zwischenzeitlich die Luft auf die Hauptstadt Tokio zu getrieben.

Zwischen dem Tief und einem Hoch im Südwesten bleibe die Wetterlage nun vorerst stabil, sagte Beyer. "Und das nicht nur für ein paar Stunden." Größere Regenmengen, die radioaktive Teilchen auswaschen könnten, seien bis zum Wochenende jedoch nicht in Sicht. In Japan herrschen derzeit Temperaturen um den Gefrierpunkt.

Rauchschwaden über Reaktoren

  • FTD.de, 16.03.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland
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