23:53 Tepco zufolge könnte der erneute Brand in Reaktorblock 4 entstanden sein, weil das Feuer nach der Explosion am Dienstagmorgen nicht vollständig gelöscht wurde. Die Feuerwehr sei gegen die Flammen im Einsatz.
23:27 Der brennende Reaktor sei nicht zu betreten, berichtete der Sender NHK. Weiter hieß es, dass um 6.00 Uhr Ortszeit (22.00 Uhr deutscher Zeit) 60 Kilometer entfernt von dem Krisen-AKW eine radioaktive Strahlung gemessen worden sei, die 500 Mal über den normalen Werten liege. Ob diese Gefahr in direktem Zusammenhang mit dem neuen Feuer steht, war zunächst nicht bekannt. "Diese Dosis wird nicht unmittelbar der menschlichen Gesundheit schaden", sagte der Reporter unter Berufung auf die Behörden.
22:58 Im Reaktor 4 des Atomkraftwerks Fukushima I ist am Mittwochmorgen (Ortszeit) erneut ein Feuer ausgebrochen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf den Fernsehsender NHK.
22:48 Die Windbedingungen in Japan würden den Großraum Tokio am Mittwoch laut Wetteramt vor einer möglichen radioaktiven Wolke schützen. Der Wind über dem schwer beschädigten Reaktorkomplex Fukushima werde am Mittwoch zunächst von Norden kommend an der Pazifikküste entlangziehen, teilte das japanische Wetteramt mit. Im weiteren Tagesverlauf komme der dann aus Nordwest und würde mögliche Schadstoffe auf das Meer hinaustragen. Der Großraum Tokio mit seinen 35 Millionen Einwohnern liegt etwa 240 Kilometer südwestlich der Atomanlage.
22:17 Nach weiteren Explosionen im japanischen Atomkraftwerk Fukushima I hat sich die Lage nochmals verschärft. Ein Sprecher der japanischen Atomsicherheitsbehörde sagte bei einer Pressekonferenz, das Dach von Reaktor Nummer 4 sei zerbrochen. Zudem würden zwei Mitarbeiter vermisst. Sie hätten sich zuletzt in der Nähe des Turbinenhauses von Reaktor 4 befunden. Auch sei es möglich, dass Wasser in dem Reaktor koche.
21:55 Trotz der Marktturbulenzen nach dem Jahrhundert-Beben in Japan soll an der Tokioter Börse (TSE) am Mittwoch gehandelt werden. "Wir peilen an, den Aktienmarkt wie gewohnt zu eröffnen. Es gibt keine Sonderpläne", sagte TSE-Sprecher Naoya Takahashi. Er reagierte damit auf Spekulationen an der Wall Street, wonach die Tokioter Börse aus Furcht vor einer Atomkatastrophe geschlossen bleiben könnte.
Der Nikkei-Index war am Dienstag um mehr als zehn Prozent eingebrochen. Bereits am Montag war die Börse um gut sechs Prozent nach dem verheerenden Beben und Tsunami abgestürzt. An den zwei Handelstagen wurde ein Marktwert von rund 620 Mrd. Dollar vernichtet.
21:55 Die Atomkrise nach der Erdbebenkatastrophe in Japan hat den Ölpreis weiter zurückgehen lassen. An der New Yorker Rohstoffbörse fiel der Preis für ein Barrel der Sorte West Texas Intermediate am Dienstag um 4,01 Dollar auf 97,18 Dollar. Der Preis der für Europa wichtigen Sorte Brent ging in London um 5,15 Dollar zurück auf 108,52 Dollar pro Barrel. Japan ist der drittgrößte Ölimporteur weltweit. Wegen der Kämpfe in Libyen war der Ölpreis in der vergangenen Woche gestiegen.
20:24 Die Betreiber des AKW Fukushima befürchten Explosionen auch in den letzten beiden unbeschädigten Reaktoren. Nach Informationen der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA zog die Betreiberfirma Tepco in Erwägung, Platten von den Reaktoren 5 und 6 zu entfernen, um dort mögliche Wasserstoff-Staus zu verhindern. Dies teilte die UN-Behörde mit. Der Schritt sei bereits in der Nacht zum Dienstag erwogen worden.
Wasserstoff hatte in den vergangenen Tagen bereits in den Reaktoren 1, 2 und 3 zu Explosionen geführt. Die Reaktoren 5 und 6 waren nach IAEA-Informationen zum Zeitpunkt des Erdbebens zwar ausgeschaltet, sind aber weiterhin mit atomarem Brennstoff gefüllt.
19:39 Für die US-Regierung ist die Atomkatastrophe kein Grund für eine energiepolitische Wende. Energieminister Steven Chu sagte, der Bau neuer Kernkraftwerke solle weiter vorangetrieben werden. Chu sprach sich gegen einen Aufschub der Baugenehmigungen durch die Atomaufsichtsbehörde NRC aus. Die US-Reaktoren nannte er sicher. Sie seien so konstruiert, dass sie auch Erdbeben standhalten könnten. Welche Lehren die USA aus dem Atomunfall im japanischen AKW Fukushima zieht, ließ er offen.
Gehetzte Entscheidungen über Atompolitik