Es ist die schlimmste Naturkatastrophe seit Menschengedenken in Japan. Schwere Erdstöße und ein anschließender Tsunami verwüsten weite Landstriche. FTD.de berichtet über das Beben und seine Folgen.
18:41 Der britische Energieminister Chris Huhne hat andere europäische Länder wie Deutschland bezichtigt, in der Atompolitik vorschnell auf die Ereignisse in Japan reagiert zu haben. Europäische Regierungen scheinen "gehetzte Entscheidungen" über die Sicherheit von Atomkraft getroffen zu haben, sagte Huhne. Damit spielt er vor allem auf die Entscheidung Merkels an, sieben AKW vorübergehend zu schließen.
Es sei aber richtig gewesen, eine Sicherheitsprüfung für die 19 britischen Reaktoren durch die Regulierungsbehörde anzuordnen. Zuvor hatten Abgeordnete erklärt, die Überprüfung könne in der Energiewirtschaft zum Investitionshemmnis für die geplante neue Generation von Atomkraftwerken in Großbritannien werden.
Huhne sagte, er habe mit der Überprüfung führende Wissenschaftler beauftragt, um sicherzustellen, dass Entscheidungen "auf der Basis von Realitäten und Fakten und nicht von einem Haufen Vermutungen" getroffen werden. Es sei "bei weitem zu früh" um zu sagen, um die gegenwärtige Atompolitik in Europa Auswirkungen auf das Investitionsklima habe, aber es gebe ein anhaltendes, potenzielles Risiko, dass die Märkte geschädigt würden.
17:35 Die US-Marine hat leichte Strahlung auf ihren Stützpunkten in Yokosuka und Atsugi gemessen, rund 300 Kilometer südlich vom Atomkraftwerk Fukushima. Das berichteten US-Fernsehsender unter Berufung auf Militärangaben. Es bestünden aber keine Gesundheitsrisiken.
17:24 Nach Ansicht des Bundesverbraucherministeriums droht in Deutschland derzeit keine Gefahr durch radioaktiv belastete Lebensmittel aus Japan. Eine Gefahr durch radioaktiv belasteten Fisch gebe es derzeit auch nicht. Ein Frühwarnsystem sei eingerichtet. Falls sich die Lage in Japan deutlich verschärfe, werde EU-weit ein Krisenplan greifen.
17:04 Die EU-Staaten unterziehen europaweit Atomkraftwerke einer Sicherheitsprüfung. Das kündigte EU-Energiekommissar Günther Oettinger an. Bei dem "Stresstest" werde es um die Neubewertung aller Risiken bei Naturkatastrophen wie Erdbeben und Hochwasser gehen. Oettinger hatte kurzfristig ein Treffen mit Vertretern der Mitgliedstaaten und der Industrie einberufen, um über Konsequenzen aus der drohenden Atom-Katastrophe in Japan zu beraten.
Da es bisher keine EU-weite rechtliche Grundlage dafür gebe, sei die Teilnahme an dem "Stresstest" freiwillig, sagte Oettinger. Doch habe es keinen Widerspruch dagegen gegeben. Einen konkreten Termin gebe es noch nicht. Sie sollten aber im zweiten Halbjahr stattfinden, sobald sich alle über Umfang und Kriterien einig seien.
16:58 Das Auswärtige Amt verstärkt seine Hilfe für deutsche Bürger in Japan, die vor den Auswirkungen der Reaktorkatastrophe fliehen. Mitarbeiter sollen Deutsche unterstützen, die von Tokio aus in den Süden des Landes ausweichen oder ausreisen wollten. Nach Schätzungen des Auswärtigen Amtes lebten bisher etwa 5000 Deutsche in Japan, die meisten von ihnen in den Ballungsräumen Tokio, Osaka, Kobe und Yokohama.
16:52 Der Sicherheitsbehälter eines der Reaktoren im japanischen Atomkraftwerk Fukushima Eins ist auch nach Informationen der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA möglicherweise beschädigt.
Unter Berufung auf die Betreibergesellschaft Tepco hatte die Nachrichtenagentur Kyodo in der Nacht zum Dienstag berichtet, dass bei einer Explosion auch der Reaktorbehälter beschädigt worden sei.
Hubschrauber sollen Wasser über Reaktoren abwerfen