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FTD-Serie: Erdbeben in Japan

Es ist die schlimmste Naturkatastrophe seit Menschengedenken in Japan. Schwere Erdstöße und ein anschließender Tsunami verwüsten weite Landstriche. FTD.de berichtet über das Beben und seine Folgen.
Merken   Drucken   16.03.2011, 07:54 Schriftgröße: AAA

Chronik zur Katastrophe in Japan: Erneuter Brand in Reaktor 4 - Die Ereignisse vom Dienstag

13:40 Als Reaktion auf die massiven Reaktorausfälle weiten Japans Energieversorger die Stromsperren auf den Nordosten des Landes aus. Ab Mittwoch werde in der Region die Versorgung mit Elektrizität eingeschränkt, teilte das Unternehmen Tepco nach Angaben der Agentur Kyodo mit. Zuvor waren bereits Einschränkungen für den Großraum Tokio angeordnet worden.

Die Rationierungen sollen im Osten Japans mindestens bis Ende April andauern. Für den Nordosten des Landes müsse mit noch längeren Einschränkungen gerechnet werden. In Japan herrscht die Sorge vor, dass diese Maßnahmen die von Erdbeben und Tsunami ohnehin stark getroffene Wirtschaft zusätzlich behindern werden.

13:36 Die deutschen Judo-Männer um Olympiasieger Ole Bischof sind wohlbehalten nach Deutschland zurückgekehrt. Dies teilte das Management des 31-jährigen Reutlingers am Dienstag mit. Die Nationalmannschaft hatte sich zum Zeitpunkt des Erdbebens im Trainingslager in Tenri befunden.

Nach Tagen der Ungewissheit in Japan waren am Montag die deutschen Judo-Frauen heimgekehrt. Angesichts der dramatischen Entwicklungen in Japan hatte sich der Deutsche Judo-Bund (DJB) entschlossen, seine Athleten zurückzuholen.

13:30 Der Betreiber des AKW Fukushima I teilte laut der Nachrichtenagentur Reuters mit, dass es zwei bis drei Tage dauern werde, bis Wasser in das siedende Becken des Reaktors 4 gepumpt werden könne. Eine Begründung für die Zeitspanne wurde zunächst nicht genannt.

13:28 Die Fische vor Japans Küste sind vermutlich durch die Havarie des Meilers Fukushima I kontaminiert. "Größe und Strömungen des Pazifiks machen eine Belastung im gesundheitsgefährdenden Bereich zum jetzigen Zeitpunkt aber eher unwahrscheinlich", sagte Ulrich Rieth, zuständig für Fischereiökologie beim staatlichen Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI), der Deutschen Presseagentur. Eine Gefährdung der deutschen Verbraucher durch Fisch aus Japan könne zum jetzigen Zeitpunkt ausgeschlossen werden, für Vorhersagen fehlten jedoch verlässliche Daten.

13:21 Der Energiekonzern EnBW will das Atomkraftwerk Neckarwestheim I bei Heilbronn in den nächsten Tagen vom Netz nehmen. Dies geschehe freiwillig und sei nur vorübergehend, teilte das Unternehmen mit. Die Abschaltung erfolge vor dem "Hintergrund der dramatischen und menschlich zutiefst bewegenden Ereignisse in Japan". Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich zuvor mit den Ländern darauf verständigt, dass die sieben vor 1980 gebauten Kernkraftwerke vorübergehend abgeschaltet werden.

13:16 Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA berichtet, dass die Strahlung am AKW Fukushima I offenbar weniger geworden ist. Verglichen mit früheren Messungen hätte der Wert, der am Haupttor der Anlage gemessen wurde, innerhalb von sechs Stunden von 11,9 Millisievert auf 0,6 Millisievert abgenommen.

13:12 Als Reaktion auf die Atomkatastrophe in Japan will die russische Regierung ihre ehrgeizigen Pläne zum Ausbau der Kernenergie auf den Prüfstand stellen. Ministerpräsident Wladimir Putin ordnete zudem am Dienstag an, die Sicherheit der russischen Kernkraftwerke zu überprüfen. Der Chef der russischen Atomenergiebehörde, Sergej Kirijenko, rechnet nach eigenen Worten nicht damit, dass es in dem durch das Jahrhundertbeben und den Tsunami in Japan schwer beschädigten Kernkraftwerk Fukushima I zu einer Nuklearexplosion kommen wird.

13:12 Die Strahlung im Kernkraftwerk Fukushima I sei inzwischen so hoch, dass das Personal nicht mehr dauerhaft in den Kontrollräumen des Reaktors arbeiten könne, berichtet die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. Die Mitarbeiter müssten die Räume häufig verlassen und die Vorgänge von einer anderen Stelle aus überwachen.

12.59 Frankreich stuft den GAU in Japan auf der so genannten Ines-Skala mit der Stufe 6 ein und damit nur eine Stufe unterhalb der schwersten auf einer Skala von 1 bis 7. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo. Die Tschernobyl-Katastrophe von 1986 wurde mit 7 eingestuft. Die Bewertung ist Sache der UN-Atomenergiebehörde IAEA.

Wutausbruch des japanischen Premierministers

  • FTD.de, 16.03.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland
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