Es ist die schlimmste Naturkatastrophe seit Menschengedenken in Japan. Schwere Erdstöße und ein anschließender Tsunami verwüsten weite Landstriche. FTD.de berichtet über das Beben und seine Folgen.
21:26 Nun sind die Befürchtungen eingetreten: Weil Teile aus Japan fehlen, muss Toyota seine Produktion in Nordamerika kräftig herunterfahren. In den kommenden Wochen sei mit Einschränkungen zu rechnen, teilte Toyota USA mit. An fünf Tagen bleiben demnach sogar fast alle Fabriken geschlossen.
Der erste Tag, an dem die Arbeit komplett ruht, ist der kommende Freitag, 15. April. Am Montag, 25. April, ist dann der vorerst letzte Tag mit Stillstand geplant. Allerdings deutete Toyota bereits an, dass es zu weiteren Ausfällen kommen könnte.
20:30 Am Wochenende wird das japanische Containerschiff "MOL Majesty" im Rotterdamer Hafen erwartet. Der Rotterdamer Hafen-Sprecher Tie Schellekens sagte auf dpa-Anfrage, man werde das Schiff jedoch nicht besonders auf Strahlenbelastung kontrollieren. Der Frachter sei in Japan ausgelaufen, bevor aus Fukushima radioaktive Strahlung entwichen sein kann. Daher werde es nur normal untersucht wie andere Schiffe auch.
19:37 Unter dem Eindruck der Proteste von Nachbarstaaten will der Fukushima-Betreiber Tepco das Abpumpen von schwachradioaktivem Wasser in den Pazifik einstellen. Das teilte der Konzern mit. Zuvor hatte sich China besorgt über eine radioaktive Belastung geäußert und genauere Informationen verlangt.
In China wurden in zehn Fällen bei Schiffen, Flugzeugen und Warenlieferungen erhöhte Strahlenwerte gemessen. Auch Südkorea hatte Japan dafür kritisiert, das Ablassen des radioaktiven Wassers seinen Nachbarn nicht angekündigt zu haben.
Tepco hatte vor fünf Tagen damit begonnen, insgesamt 11.500 Tonnen schwachradioaktiven Wassers von einem Auffangbecken ins Meer abzulassen, um Platz für stärker verstrahltes Wasser zu schaffen. Zuvor hatte der Betreiber bereits ein Leck geschlossen, aus dem hochradioaktives Wasser ins Meer geflossen war. Tepco plant nun, Tanks zu bauen, die so viel Wasser aufnehmen können wie sechs Olympia-Schwimmbecken. Zudem soll ein Schwimmtank umgebaut und eingesetzt werden.
18:41 In Japan denkt die Regierung über eine Erweiterung der Evakuierungszone um den Katastrophenreaktor nach. Japanische Medien berichteten, die Regierung könnte auch den Bewohnern außerhalb eines 30-Kilometer-Radius um Fukushima raten, das Gebiet zu verlassen. Die Entscheidung soll nach Angaben von Regierungssprecher Yukio Edano in den nächsten Tagen fallen.
17:55 Das Bundesumweltministerium hat nach der Reaktorkatastrophe in Japan eine Empfehlung für einen Strahlenhöchstwert für Schiffe in deutschen Häfen vorgelegt. Der Höchstwert solle vier Becquerel pro Quadratzentimeter auf Oberflächen von Schiffen und Waren nicht überschreiten, teilte das Umweltministerium mit. Sie beziehen sich aber nicht auf die Waren selbst und Lebensmittel, für die die EU schon Richtwerte vorgelegt hat.
Erste Schiffe aus Japan nach der Katastrophe würden Mitte April erwartet. Kontrollieren sollen diese die Hafenbetreiber sowie Behörden wie der Zoll. Der Wert von vier Becquerel, der in Abstimmung mit der Strahlenschutzkommission festgelegt wurde, liege unter dem niedrigsten, international empfohlenen Grenzwert, hieß es weiter.
17:10 Im Atomkraftwerk Onagawa floss radioaktives Wasser aus den Abklingbecken, blieb aber innerhalb der Sicherheitshülle der Anlage, wie Tokohu Electric mitteilte. Dies sei "nicht ungewöhnlich, obwohl es vorzuziehen ist, dass es nicht passiert", sagte ein Sprecher der Atomsicherheitsbehörde.
16:53 25 Jahre nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl hat der frühere Direktor des Kernkraftwerks vor einem neuen schweren Nuklearunfall an der maroden ukrainischen Anlage gewarnt. Der damals explodierte Reaktor 4 sei in einem extrem unsicheren Zustand, sagte Michail Umanez in Kiew.
Es drohe jederzeit eine Kettenreaktion mit Todesgefahr. "Wir werden alle zu Verbrechern, wenn wir das nicht verhindern", warnte der 73-Jährige auf einer Greenpeace-Tagung zum Jahrestag der Katastrophe.
16:45 Nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima gehen die Bundesbürger deutlich auf Distanz zur Atomkraft. Lediglich fünf Prozent halten diese Form der Energieerzeugung für zukunftsfähig, ergab eine Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK).
Im Januar hatte sich noch jeder zehnte Befragte für die Atomkraft ausgesprochen. "Die Atomenergie hat durch die Reaktorkatastrophe in Japan weiter an öffentlichem Ansehen verloren", resümierten die Marktforscher. In Ostdeutschland falle der Ansehensverlust allerdings geringer aus.
Zugleich fordert ein wachsender Anteil der Deutschen ein verstärktes Engagement bei erneuerbaren Energien. Sonne- und Windenergie seien dabei die großen Favoriten. Die Solarenergie nehme dabei mit 86 Prozent einen Spitzenplatz ein (Januar: 83 Prozent), gefolgt von der Windenergie mit 80 Prozent Zustimmung (Januar: 72 Prozent).
16:40 Die Europäische Kommission verschärft die Strahlengrenzwerte für Lebensmittel aus Japan. Einen entsprechenden Vorschlag der Kommission billigten die Mitgliedsländer. Die nun geltenden Werte für Jod-131, Cäsium-134 und Cäsium-137 entsprechen nun den in Japan geltenden geringeren Maximalwerten, wie die Kommission in Brüssel mitteilte.
Nach massiven öffentlichen Protesten hatte die Kommission schon zu Wochenbeginn angekündigt, die Grenzwerte für Cäsium-134 und Cäsium-137 an den in Japan geltenden Höchstwert anzugleichen. Dieser liegt bei 500 Becquerel. Bislang galt in Europa ein Grenzwert von 1.250 Becquerel.
16:38 Eine vorsorgliche Einnahme von Jod ist unnötig und gefährdet die Gesundheit. Darauf macht die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) aufmerksam. Auch vier Wochen nach der Reaktorkatastrophe in Japan gibt es in Europa keinen Grund, den Mineralstoff zusätzlich einzunehmen.
Bereits die Ärztekammer Niedersachsen hatte vor drei Wochen davon abgeraten. Denn wer ohne ärztlichen Rat Jodtabletten einnehme, riskiere schwere Nebenwirkungen. Dies betreffe vor allem Säuglinge und Kleinkinder, aber auch alte Menschen, Patienten mit Schilddrüsenknoten, Kropf oder einer Überfunktion der Schilddrüse. Bei ihnen kann die Jodeinnahme zu gefährlichen Stoffwechselentgleisungen führen.
Wasserleck im Atomkraftwerk Onagawa