Atomkatastrophe in Japan
Angler-Floß soll verstrahltes Wasser tanken
15:26 Einen Monat nach der verheerenden Naturkatastrophe in Japan leben etwa 300.000 Menschen in Auffanglagern oder in Notunterkünften. Rund 150.000 Japaner hätten aufgrund des Erdbebens und des Tsunamis ihr Zuhause verloren, weitere 150.000 Einwohner hätten ihre Häuser aufgrund der angeordneten Evakuierungszone rund um das Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi verlassen müssen, sagte der japanische Botschafter in Berlin, Takahiro Shinyo. Japan müsse nun grundlegend erneuert werden.
15:13 In den kommenden zwei Tagen weht der Wind radioaktive Stoffe aus dem japanischen Unglückkraftwerk Fukushima wieder raus aufs offene Meer. Nach dem für Tokio ungünstigen Nordwind vom Montag wechselt die Windrichtung im Laufe des Dienstags auf West bis Südwest und bleibt am Mittwoch so, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Ein Hoch aus China ziehe über das Seegebiet südlich von Japan, dadurch bleibe es weitgehend niederschlagsfrei.
15:02 Der Sprecher der japanischen Atombehörde (Nisa), Hidehiko Nishiyama, sagte zum weiteren Vorgehen am havarierten AKW, es sei extrem schwierig, einen Zeitplan aufzustellen. Es sei "noch keine Situation, die man optimistisch sehen kann". "Wir sind jetzt in dem Dilemma, dass wir Wasser sehen, das einerseits eingefüllt wird, um die Reaktoren zu kühlen, und andererseits an anderer Stelle in der Anlage als kontaminierte Wassermengen wieder auftauchen", sagte Nishiyama.
14:53 Der japanische Botschafter in Deutschland, Takahiro Shinyo, geht Shinyo von umgerechnet 130 bis 220 Mrd. Euro aus, die der Wiederaufbau in Japan kosten könnte. Wie viel Minus die japanische Wirtschaft in diesem Jahr zu verkraften habe, sei noch nicht abzusehen. Allein bei den japanischen Fluggesellschaften sei die Zahl der Reisenden seit März um die Hälfte bis zu zwei Dritteln zurückgegangen. Zulieferungen in der Auto- und Mobilfunkbranche wolle Japan so schnell wie möglich wieder aufnehmen. Helfen würde dem Land auch ein Freihandelsabkommen mit der EU. Gespräche darüber erhofft sich Japan im Mai, sagte der Diplomat.