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Merken   Drucken   22.03.2003, 09:00 Schriftgröße: AAA

Chronologie des Irak-Konflikts  

Auf das lange diplomatische Ringen im Uno-Sicherheitsrat folgte der Krieg. Ohne Rückendeckung der Vereinten Nationen attackierten die USA und Großbritannien Irak. Am 9. April fiel Bagdad. Hier finden Sie die ständig aktualisierte Chronologie der diplomatischen und politischen Ereignisse des Konflikts.
2003
24. April - USA fassen erneut Gefolgsleute Saddam HusseinsUS-Truppen nehmen vier führende Helfer des gestürzten irakischen Präsidenten Saddam Hussein gefangen. Darunter befindet sich auch der Leiter des Militärgeheimdienstes. Drei der Festgenommen stehen auf der US-Fahndungsliste der 55 meist gesuchten Iraker.
23. April - Streit um Uno-Hilfsprogramm für IrakDer Weltsicherheitsrat will die Sanktionen gegen Irak formal aufrecht erhalten. So könnte die Dauer des Hilfsprogramms "Öl für Lebensmittel" verlängert werden. Die USA fordern jedoch die sofortige Aufhebung der Sanktionen. Nach ihrer Ansicht hat sich die Lage in Irak nach dem Sturz des Regimes von Saddam Hussein dramatisch verändert. Washington droht der Uno und dem widerspenstigen Sicherheitsratsmitglied Frankreich mit Konsequenzen. Paris will erreichen, dass die Uno-Waffeninspekteure unter Chefinspektor Hans Blix nach Irak zurückkehren, um dort nach Massenvernichtungswaffen zu suchen.
22. April - Rumsfeld dementiert Berichte über US-TruppenstationierungErstmals seit einem Vierteljahrhundert pilgern Hunderttausende von Schiiten in die irakische Stadt Karbala. Dort beenden die Pilger eine 40-tägige Trauerzeit für den von ihnen als Märtyrer verehrten Imam Hussein. US-Soldaten nehmen den früheren Ministerpräsidenten Mohammed Hazmak al-Subaidi fest. Er ist die Nummer 18 auf der 55 Personen umfassenden US-Fahndungsliste. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld weist Berichte zurück, wonach die USA eine dauerhafte Militärpräsenz in Irak einrichten wollen.
21. April - US-Verwalter Garner nimmt Arbeit in Irak aufDer amerikanische Verwalter für Irak, Jay Garner nimmt in der Hauptstadt Bagdad seine Arbeit zum Wiederaufbau des Landes auf. Er lässt offen, wie lange er bleiben wird. Priorität sei, die Versorgung des Landes mit Wasser und Energie wiederherzustellen, sagt Garner. Der entmachtete irakische Präsident Saddam Hussein und seine Söhne Kusai und Udai sind angeblich am Leben und sollen in Irak auf der Flucht sein. Das glaubt zumindest der irakische Oppositionsführer Ahmed Chalabi.
20. April - Spekulationen über dauerhafte US-Truppenstationierung in IrakDie Alliierten werden nach den Worten des australischen Außenministers Alexander Downer schon in wenigen Tagen offiziell ihren Sieg erklären. Die "New York Times" berichtet, das US-Militär wolle vier Militärstützpunkte in Nachkriegsirak weiter nutzen. "Es wird eine Art Langzeit-Verteidigungsbeziehung mit einem neuen Irak geben, ähnlich wie mit Afghanistan", zitiert die Zeitung einen hochrangigen Beamten aus dem Verteidigungsministerium.
19. April - Iraks Nachbarn fordern Rückzug der USADie sechs Nachbarstaaten Iraks fordern die USA und Großbritannien zu einem raschen Truppenrückzug auf. Die irakische Polizei nimmt den früheren irakischen Finanzminister Hikmat Misban Ibrahim al-Assaui fest und übergibt ihn den US-Truppen.
18. April - USA entsenden Waffeninspekteure nach IrakDer US-Nachrichtensender CNN berichtet unter Berufung auf Beamte des US-Verteidigungsministeriums, zu der 1000 Mitglieder zählenden Gruppe sollten Militärexperten, Geheimdienstleute und zivile Wissenschaftler gehören. Eine Vorhut der Gruppe halte sich bereits in Irak auf, die gesamte Organisation solle in wenigen Wochen einsatzbereit sein. Die US-Regierung ist sich sicher, dass verbotene Massenvernichtungswaffen gefunden werden.
17. April - Powell will nach Syrien reisenUS-Außenminister Colin Powell will die Spannungen zwischen den USA und Syrien entschärfen, in dem er Präsident Baschar al-Assad in Damaskus besucht. Ein Reisedatum nennt er nicht. Syrien begrüßte die Ankündigung als Geste des guten Willens. Der Chef der Uno-Inspekteure, Hans Blix, fordert die Wiederaufnahme der Waffenkontrollen durch eine von der Staatengemeinschaft legitimierte Spezialistentruppe. Nach der Besetzung der irakischen Stadt Tikrit durch US-Truppen kommt es zu Kämpfen zwischen rivalisierenden Klans. Die Europäische Union (EU) spricht sich auf ihrem Gipfel in Athen für eine zentrale Rolle der Uno bei der Gestaltung der Nachkriegsordnung für Irak aus. Die EU-Staats- und Regierungschefs fordern eine Beteiligung der Gemeinschaft am Wiederaufbau des Landes.
16. April - US-Truppen fassen in Bagdad palästinensischen TerroristenUS-Soldaten nehmen in Bagdad den vor 17 Jahren abgetauchten Führer der Palästinensischen Befreiungsfront (PLF), Abu Abbas, fest. Palästinsenser werfen den USA Vertragsbruch vor und fordern die Freilassung des mutmaßlichen Entführers der "Achille Lauro". Die Mitglieder der Europäischen Union (EU) einigen sich in Athen überraschend auf eine gemeinsame Erklärung zum Irak, nachdem sich die vier im Uno-Sicherheitsrat vertretenen EU-Staaten über die Zukunft des Landes verständigt haben. Spanien, Dänemark und die Niederlande sprechen sich dafür aus, eine friedenssichernde Truppe in Irak zu stationieren.
15. April - Bush erklärt Saddam Husseins Regime für erledigtDer US-Präsident sagt: "Saddam Husseins Regime gibt es nicht mehr". Die Welt sei nun sicherer. Ein Treffen der irakischen Opposition in Nasiriyah wird ergebnislos vertagt. Schiitische Vertreter boykottieren das Treffen. Das US-Militär beginnt mit dem Abzug von Einheiten und Langstreckenbombern. Die USA bitten Dänemark, die Führung einer internationalen Truppe zu übernehmen, die in Irak für Sicherheit sorgen soll. Italien sagt über 2500 Soldaten für diese Truppe zu. Bei einem Treffen in Hannover sind sich Gerhard Schröder und Tony Blair einig, dass die Uno eine tragende Rolle beim Wiederaufbau Iraks übernehmen soll.
14. April - US-Truppen erobern Saddams Geburtsstadt TirkitMit Panzern und gepanzerten Fahrzeugen rücken US-Truppen in das Zentrum Tikrits vor. Der US-Oberbefehlshaber Tommy Franks sagt, die irakische Armee sei zerstört. Bei einem Treffen in Luxemburg verzichten die EU-Außenminister auf eine Führungsrolle der Uno in Irak als Voraussetzung für eine europäische Beteiligung am Wiederaufbau des Landes.
13. April - Gefechte um TikritMit Ausnahme von Tikrit kontrollieren die amerikanischen und britischen Truppen inzwischen alle wichtigen Städte Iraks. In Tikrit, der Heimat von Saddam Hussein, liefern sich US-Marineinfanteristen heftige Gefechte mit irakischen Einheiten. Die Finanzminister der sieben führenden Industrienationen (G7) sagen Irak in Washington Kredite zu. Sie sträuben sich gegen einen Schuldenerlass. US-Präsident George W. Bush sagt, dass es in Syrien Massenvernichtungswaffen gibt. Verteidigungsminister Donald Rumsfeld warnt Syrien davor, der flüchtigen irakischen Führung Unterschlupf zu gewähren.
12. April - Washington droht SyrienDie Regierungschefs von Russland, Deutschland und Frankreich sagen in St. Petersburg, dass die Uno beim Aufbau Iraks die Federführung haben muss. Nach den Worten des US-Regierungsberaters Richard Perle könnte Syrien zu einem Angriffsziel für die USA werden, sollten in dem Land irakische Massenvernichtungswaffen gefunden werden. Die USA werfen Syrien vor, Waffen an Irak geliefert zu haben.
11. April - Keine Spur von Saddam HusseinIn großen irakischen Städten wie Bagdad und Mosul klagen Menschen, dass weder Militär noch Polizei für Ordnung sorgen. In der Hauptstadt bricht die Gesundheitsversorgung weitgehend zusammen. Angeblich gibt es die ersten Lynchangriffe gegen Anhänger des entmachteten Diktators. Die USA verhängen in Bagdad eine Ausgangssperre. Von Saddam Hussein fehlt jede Spur. Die USA nehmen dessen Geburtsstadt Tikrit ins Visier. Sie bombardieren Ziele in und außerhalb der Stadt. Die USA fordern Deutschland, Frankreich und Russland zu einem Schuldenerlass für Irak auf. Die russische Regierung lehnt die Forderung umgehend ab.
10. April - Irak versinkt in AnarchieDer irakische Botschafter bei den Vereinten Nationen Mohammed Aldouri gesteht die Niederlage des irakischen Regimes ein. "Das Spiel ist aus", sagt er. Saddam Hussein habe die Kontrolle über Bagdad verloren. Im Norden Iraks setzen die Alliierten ihre Bombardements fort. In Bagdad bricht Anarchie aus. Iraker plündern Paläste Saddam Husseins ebenso wie Regierungsgebäude, Kliniken und Privathäuser. Amerikaner oder Briten greifen nicht ein. George W. Bush und Tony Blair halten Ansprachen im irakischen Fernsehen.
9. April - Bagdad fälltUS-Truppen besetzen die wichtigsten Punkte in Bagdad. Gemeinsam mit jubelnden Irakern stürzen sie eine Statue Saddam Husseins in der Nähe des Journalistenhotels "Palestine". In der Hauptstadt gibt es nur noch vereinzelte Kämpfe. Die irakischen Sicherheitskräfte verschwinden aus dem Stadtbild, die Zentralmacht löst sich auf. Saddam-treue Truppen halten noch Saddams Heimatstadt Tikrit. Auch Mosul und Kirkuk im Norden sind noch nicht erobert. Der Verbleib Saddam Husseins und der übrigen Mitglieder des Regimes ist unklar. US-Präsident George W. Bush scheut eine vorschnelle Siegesfeier.
8. April - USA versuchen "Enthauptungsschlag" gegen Saddam HusseinMit Kampfflugzeugen und bunkerbrechenden Bomben greifen die USA Ziele in Bagdad an. Mit einem Angriff auf ein Gebäude im Westen der Stadt sollen Saddam Hussein und seine Söhne getötet werden. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass der irakische Diktator nicht getroffen worden ist. Zwei Journalisten sterben bei einem Angriff eines US-Panzers auf das Hotel "Palestine". Ein Reporter kommt ums Leben, als die USA das Gebäude des arabischen Senders al-Dschasira bombardieren. Die US-Truppen rücken nach und nach auf wichtige Punkte in Bagdad vor und nehmen diese ein. Militärinfanteristen besetzen den Militärflughafen Raschid.
7. April - US-Truppen stoßen in das Zentrum Bagdads vorAmerikanische Soldaten durchsuchen und besetzen zwei Präsidentenpaläste in der irakischen Hauptstadt. Ohne allzu großen Widerstand bewegen sie sich in Teilen der Stadt. Die US-Streitkräfte erklären, sie hätten an allen wichtigen Ausfallstraßen Kontrollpunkte errichtet. In Basra können sich britische Einheiten auch in der Altstadt ohne Beschuss bewegen. Nach eigenen Angaben kontrollieren sie 90 Prozent der Stadt. In New York findet eine Sitzung des Uno-Sicherheitsrates statt. Uno-Generalsekretär Kofi Annan drängt auf eine wichtige Rolle der Uno in Nachkriegsirak.
6. April - US-Truppen kesseln Bagdad einNach Angaben des US-Oberkommandos haben amerikanische Einheiten Bagdad umzingelt. Bei Vorstößen in die Außenbezirke der Stadt seien rund 2000 irakische Soldaten gefallen, hieß es. Amerikanische Regierungsvertreter sagen, dass die USA und nicht die Vereinten Nationen den Wiederaufbau in Irak koordinieren sollen. Schritte zur Errichtung einer provisorischen Regierung unter Leitung des pensionierten US-Generals Jay Garner sind offenbar schon für diese Woche geplant.
5. April - Angebliche Chemiewaffen stellen sich als harmlos herausUntersuchungen des bei Bagdad entdeckten weißen Pulvers ergeben, dass die Substanz vermutlich nicht für Chemiewaffen verwendet werden kann. Bei einem neuen Zwischenfall an einer Straßensperre in Irak töten US-Soldaten sieben Zivilisten. Unter den Toten sind auch drei Kinder.
4. April - US-Streitkräfte besetzen internationalen FlughafenUS-Truppene erobern den internationalen Flughafen und setzen sich vor den Toren der Hauptstadt fest. Im Stadtzentrum kommt es erstmals zu Schießereien. Zunächst würde es möglicherweise ausreichen. Südlich von Bagdad sind US-Truppen auf Hinweise auf irakische Chemiewaffen-Arsenale gestoßen. Der US-Senat billigt rund 80 Mrd. $, die Präsident George W. Bush zur Finanzierung des Irak-Kriegs beantragt hat.
3. April - US-Soldaten gelangen an die Stadtgrenze BagdadsEine Vorhut der 3. US-Infanteriedivision nähert sich Bagdad bis auf wenige Kilometer. Der Kampf um den internationalen Flughafen der irakischen Hauptstadt beginnt. Saddam Hussein beschwört die Bevölkerung, sich den alliierten Truppen auch mit "bloßen Händen" entgegenzustellen. George W. Bush sagt, das Ende des Regimes des irakischen Diktators stehe unmittelbar bevor.
2. April - Spezialeinheit rettet verwundete US-SoldatinDie am Vorabend begonnene Offensive der US-Truppen in Richtung Bagdad wird fortgesetzt. Die ersten Einheiten überschreiten, die imaginäre "rote Linie", hinter der Saddam Hussein angeblich auch Chemiewaffen einsetzen will. Eine Spezialeinheit rettet die 19-Jährige verwundete US-Soldatin Jessica Lynch aus irakischer Gefangenschaft. In der Türkei erreicht Powell, dass die USA Versorgungsgüter für die Truppen in Irak über die Türkei transportieren dürfen.
1. April - US-Truppen attackieren Saddams EliteeinheitenTrotz der andauernden Kämpfe entlang alliierter Nachschublinien beginnen die US-Truppen damit, vor Bagdad postierte Truppen der Republikanischen Garden Saddam Husseins massiv anzugreifen. Britische Streitkräfte ziehen ihren Belagerungsring um Basra enger. An einem Kontroll-Punkt erschießen US-Soldaten sieben unbewaffnete Frauen und Kinder. US-Außenminister Colin Powell trifft in der Türkei ein.
31. März - Nachschubprobleme bremsen VormarschWegen der langen Nachschublinie, die sich fast über 500 Kilometer von Kuwait bis vor Bagdad erstreckt, entstehen bei den US-Truppen Versorgungsprobleme. Bagdad liegt weiter unter Dauerbeschuss alliierter Flugzeuge. Südlich von Bagdad finden heftige Bodenkämpfe um eine Euphrat-Brücke statt. In der Nähe von Basra liefern sich britische Einheiten erneut Schießereien mit irakischen Paramilitärs. US-Außenminister Colin Powell warnt Syrien und Iran davor, Irak zu unterstützen.
30. März - USA geben Blitzkrieg-Strategie aufDer amerikanische Oberbefehlshaber Tommy Franks deutet erstmals an, dass die Invasion mehrere Monate dauern könnte. Britische Einheiten belagern die südirakische Stadt Basra, scheuen aber noch vor einer Eroberung der Stadt zurück. Die USA verschärfen die Bombardements auf Bagdad und nehmen offenbar weniger Rücksicht auf zivile Opfer als in den ersten Kriegstagen. Im Norden, wo die USA ihren Brückenkopf ausbauen, ziehen sich die irakischen Einheiten nach Kirkuk zurück. Kurdische Milizen besetzen die geräumten Stellungen der Regierungstruppen.
29. März - Vier US-Soldaten sterben bei einem Selbstmordattentat Die irakische Regierung droht mit weiteren Selbstmordanschlägen. Das US-Zentralkommando dementiert, dass im Irak-Krieg eine vier- bis sechstägige Kampfpause angeordnet worden sei. US-Truppen bekämpfen Einheiten der Republikanischen Garde 160 Kilometer vor Bagdad.Im Norden des Landes zerschlagen Kurdische Kämpfer mit Unterstützung der US-Armee eine militante islamistische Organisation. In Südirak bringen die Alliierten die Raffinerie in Basra unter Kontrolle. Die Alliierte Luftwaffe setzt ihre Angriffen auf Bagdad fort. In Kuwait schlägt eine von Irak abgefeuerte Rakete ein, eine Person wird verletzt.
28. März - Über 50 Tote bei Explosion auf einem Markt in BagdadAmerikanische Flugzeuge verstärken das Bombardement der irakischen Hauptstadt. B-2-Tarnkappenbomber werfen am Ostufer des Tigris zwei bunkerbrechende Bomben ab. Ziel der Luftangriffe sind nach US-Angaben Kommunikationsanlagen und Befehlszentralen sowie der Präsidentenpalast im Stadtzentrum. Die Streitkräfte der Alliierten versuchen weiter, sich Bagdad vom Süden her zu nähern und gleichzeitig die Nachschubwege zu sichern. In Nordirak bringen US-Transportflugzeuge weitere Soldaten und Militärgerät in die von Kurden kontrollierten Gebiete. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld wirft Syrien die Lieferung von militärischer Ausrüstung wie Nachtsichtgeräten an Irak vor.
27. März - USA eröffnen zweite Front im Norden Im kurdisch kontrollierten Norden Iraks landen 1000 US-Fallschirmjäger. Sie sollen die Landung von bis zu 6000 Soldaten und schwerem Kriegsgerät vorbereiten. In der Schlacht um Bagdad zögern die Alliierten mit dem Einsatz von Bodentruppen. Bush und Blair treffen sich in Camp David. Der Krieg könne länger dauern, sagt Bush. Die Vereinten Nationen sollen ihr Hilfsprogramm "Öl für Lebensmittel" für Irak fortsetzen.
26. März - USA müssen Truppen verstärkenDie US-Regierung will weitere 30.000 Soldaten in die Golfregion verlegen. Bei US-Angriffen auf Bagdad sterben mindestens 15 Zivilisten. In der belagerten Stadt Basra fehlt Trinkwasser, es besteht Seuchengefahr.
25. März - Schlacht um Bagdad beginntDie Alliierten fliegen 1400 Angriffe, vor allem gegen Stellungen der Republikanischen Garden. Sie versuchen so, den Verteidigungsring der Eliteeinheiten um die Hauptstadt aufzubrechen. Wegen des anhaltenden Widerstands ändern Amerikaner und Briten ihre Strategie: Basra soll jetzt erobert werden. Bei Kämpfen im Süden sollen nach US-Angaben 500 irakische Soldaten gefallen sein.
24. März - Alliierte treffen in Südirak auf heftigen WiderstandIn den südirakischen Städten Umm Kasr, Nasiriyah und Basra treffen amerikanische und britische Truppen auf unerwarteten Widerstand. Iraker schießen einen Apache-Hubschrauber ab. In der Nähe von Bagdad stehen die Alliierten Saddam Husseins Eliteeinheiten gegenüber. Der Diktator fordert die Iraker in einer Fernseh-Ansprache zum "Heiligen Krieg" auf.
23. März - Irakisches Fernsehen zeigt Bilder von getöteten US-SoldatenIm irakischen Fernsehen werden Bilder von getöteten, verletzten und gefangen genommenen US-Soldaten ausgestrahlt. Aus Versehen schießen US-Streitkräfte ein britisches Kampfflugzeug ab. Die Gefechte in Südirak erweisen sich aus sich der USA als schwieriger als vorgesehen. Alliierte Truppen nähern sich Bagdad auf 160 Kilometer an.
22. März - Türken entsenden angeblich Soldaten nach IrakDas Bombardement Bagdads wird fortgesetzt. Die Truppen der Alliierten rücken weiter in Richtung Bagdad vor. Die südirakischen Städt Umm Kasr und Basra bleiben umkämpft. Die Türkei schickt angeblich Soldaten nach Nordirak. Die Bundesregierung droht, ihre Soldaten aus den Awacs-Aufklärungsflugzeugen abzuziehen, falls die Türkei in den Krieg eintritt. Weltweit demonstrieren Hunderttausende gegen den Krieg.
21. März - Alliierte beginnen mit massiven Luftangriffen auf BagdadNach Einbruch der Dunkelheit bombardieren Amerikaner und Briten die irakische Hauptstadt. Das ist das Anfang der "Shock and Awe"-Phase ("Schock- und Einschüchterung"), mit der die irakischen Streitkräfte zur Aufgabe bewegt werden sollen. Alliierte Bodentruppen erobern die südirakische Stadt Umm Kasr und bewegen sich auf Basra vor. Türkische Soldaten marschieren in Nordirak ein. Die Bundesregierung erwägt deshalb, die deutschen Soldaten, die zum Schutz der Türkei in AWACS-Aufklärungsflugzeugen eingesetzt werden, abzuziehen.
20. März - Irak-Krieg beginntUS-Präsident George Bush kündigt in einer Rede den Kriegsbeginn an. Ab 3.34 Uhr MEZ bombardieren US-Streitkräfte ein Gebäude in Bagdad. Saddam Hussein ruft zu einem "Heiligen Krieg" auf. In Berlin reagieren Politiker der rot-grünen Regierungskoalition mit Bedauern und Kritik. CDU-Chefin Angela Merkel stellt sich hinter Bush. Interaktive Karten:Irakische Streitkräfte (in englisch), Allierte Streitkräfte in Nahost (in englisch)
18. März - US-Ultimatum trifft auf KritikFrankreich, Rußland und China kritisieren Bushs Vorgehen. Bundeskanzler Gerhard Schröder sagt, ein Krieg sei nicht zu rechtfertigen. Trotz heftiger Kritik von Labour-Abgeordneten unterstützt das britische Unterhaus Tony Blairs Irak-Kurs. Aus Bagdad heißt es, Saddam Hussein werde Irak nicht verlassen. Ein Sprecher Bushs sagt, die USA würden Irak selbst dann angreifen, wenn der Diktator ins Exil gehe.
18. März - Bush gibt Saddam Hussein 48 StundenIn einer Rede an die Nation fordert der US-Präsident den irakischen Diktator und dessen Söhne auf, Irak innerhalb von 48 Stunden zu verlassen. Andernfalls würden die USA Irak angreifen.
17. März - USA erklären Uno-Diplomatie für gescheitertIm Uno-Sicherheitsrat ist keine Mehrheit für eine zweite Irak-Resolution absehbar. Die US-Regierung erklärt die Irak-Politik der Vereinten Nationen deshalb für gescheitert. Uno-Generalsekretär Kofi Annan beschliesst, die Waffenkontrolleure und alle anderen Uno-Mitarbeiter aus Irak abzuziehen.
16. März - Bush stellt Uno letztes Ultimatum Der US-Präsident gibt dem Uno-Sicherheitsrat noch einen Tag, um über eine zweite Irak-Resolution zu entscheiden. Unterstützt wird er von den Sicherheitsrats-Mitgliedern Großbritannien und Spanien. Frankreich und Rußland kündigen ein Veto an.
13. März - Blair und Bush driften auseinanderErstmals vertreten die USA und Großbritannien im Uno-Sicherheitsrat unterschiedliche Positionen. Der britische Premierminister Tony Blair will Irak bis zum 27. März Zeit geben, um sechs konkrete Abrüstungsforderungen zu erfüllen. Washington lehnt eine Verlängerung der Frist über den 17. März hinaus ab. Die Mehrheit der Mitglieder des Sicherheitsrates lehnt die Pläne aus London ab.
10. März - Sicherheitsrat verweigert USA die MehrheitDie USA und Großbritannien erhalten im Uno-Sicherheitsrat nicht die notwendige Unterstützung für ihren Resolutionsentwurf. Frankreich kündigt ein Veto gegen die Resolution an. Eine Abstimmung wird verschoben.
7. März - Briten fordern UltimatumDer britische Außenminister Jack Straw legt einen überarbeiteten Resolutionsentwurf vor. Amerikaner und Briten wollen Irak ein Ultimatum setzen. Bis zum 17. März müsse Irak seine "vollständige, bedingungslose, sofortige und aktive Kooperation" unter Beweis stellen, heißt es in dem Text. Sonste habe Bagdad seine "letzte Chance" vertan. Frankreich und Deutschland lehnen den Vorschlag ab.
7. März - Blix lobt BagdadUnmovic-Chef Blix legt dem Uno-Sicherheitsrat einen weiteren Bericht über den Fortschritt bei der Entwaffnung Iraks vor. Blix lobt Bagdads verbesserte Bereitschaft zur Zusammenarbeit. Die begonnene Zerstörung der Al-Samoud-2-Raketen bezeichnet Blix als "substanzielle Abrüstungsmaßnahme".
1. März - Irak zerstört RaketenIrak beginnt fristgerecht mit der Zerstörung seiner Al-Samoud-2-Raketen.
24. Februar - "Koalition der Willigen" bringt neue Uno-Resolution einDie USA, Großbritannien und Spanien legen dem Sicherheitsrat einen Entwurf für eine neue Resolution vor. "Irak hat es versäumt, die letzte ihm in der Resolution 1441 eingeräumte Chance zu ergreifen", heißt es in dem Text. Irak habe die Resolution 1441 bereits "erheblich verletzt". Der Beschluss soll die rechtliche Grundlage für einen Krieg schaffen. Allerdings wird Bagdad kein Ultimatum gestellt. Frankreich, Russland und Deutschland lehnen den Vorschlag aus Washington ab. Sie wollen die Inspektionen verstärken.
23. Februar - Saddam Hussein gestattet AufklärungsflügeDie irakische Regierung stimmt dem Einsatz von deutschen Drohnen und französischen Mirage-Flugzeugen zur Aufklärung über ihrem Staatsgebiet zu. Bereits Mitte Februar hatte Bagdad den Einsatz von U2-Spionageflugzeugen genehmigt.
14. Februar - Blix meldet Fund verbotener RaketenBlix und Al-Baradei berichten dem Uno-Sicherheitsrat über den Stand der Inspektionen. Blix sagt, Massenvernichtungswaffen seien nicht gefunden worden. Auch gebe es keine Beweise für ein irakisches Nuklearprogramm. Es seien jedoch Raketen des Typs Al-Samud-2 entdeckt worden, die die erlaubte Reichweite von 150 Kilometern überschreiten würden. Blix will die Kontrollen fortsetzen.
5. Februar - Im Sicherheitsrat belastet Powell IrakUS-Außenminister Colin Powell legt dem Uno-Sicherheitsrat in einer öffentlichen Sitzung Geheimdienstmaterial vor. Es soll beweisen, dass die irakische Regierung die Uno-Waffeninspekteure täuscht.
31. Januar - Bush macht DruckUS-Präsident George W. Bush trifft in Washington mit dem britischen Premierminister Tony Blair zusammen. Bush sagt, für eine diplomatische Lösung bliebe nur noch eine Frist von Wochen, nicht Monaten.
27. Januar - Inspektoren berichten dem SicherheitsratBlix und Al-Baradei legen ihren ersten vollständigen Bericht vor. Sie werfen Irak schwere Versäumnisse vor. Gleichzeitig fordern sie mehr Zeit für weitere Inspektionen
22. Januar - Rumsfeld teilt Europa in "alt" und "neu"US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld bezeichnet Deutschland und Frankreich abwertend als Teil eines "alten Europas", weil sie einen Krieg gegen Irak ablehnen. Dem stünde das "neue Europa" im Osten des Kontinents gegenüber. Rumsfeld bezieht sich auf Länder wie Polen und Ungarn, die den Kriegskurs der USA unterstützen." Insbesondere in Frankreich ist die Empörung über Rumsfelds Äußerung groß.
9. Januar - Blix und Al-Baradei berichten SicherheitsratHans Blix (Unmovic) und Mohammed Al-Baradei (IAEA) berichten dem Uno-Sicherheitsrat über den vorläufigen Stand der Inspektionen. Bislang habe man keine Hinweise auf Massenvernichtungswaffen finden können, heißt es. Blix wirft Saddam Hussein jedoch vor, Informationen zurückzuhalten. Die Analyse des irakischen Waffenberichts habe mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet.
2002
7. Dezember - Bagdad übergibt Uno Waffen-KatalogDie irakische Regierung übergibt den Waffen-Inspektoren und dem Uno-Sicherheitsrat eine 12.000 Seiten umfassende Erklärung, in der die irakischen Bestände an chemischen, biologischen und nuklearen Waffen aufgeführt sind. Bagdad war zuvor eine Frist gesetzt worden, die am 8. Dezember auslief.
27. November - Die Inspekteure beginnen offiziell mit ihren Kontrollen
18. November - Inspektoren schicken Vorhut nach IrakEin Erkundungsteam der Uno-Inspektoren reist nach Bagdad. Die Teams der United Nations Monitoring, Verification and Inspection Commission (Unmovic) sollen für die Abrüstung biologischer, chemischer und ballistischer Waffen zuständig sein. Chef der Unmovic-Inspektoren ist der Schwede Hans Blix. Bei der Kontrolle nuklearer Waffensysteme in Irak übernimmt die Internationale Atomenergie-Behörde (IAEA) die Federführung. Generaldirektor der IAEA ist der Ägypter Mohammed Al-Baradei.
13. November - Irak akzeptiert Resolution 1441Irak erklärt sich mit den Bestimmungen der Resolution 1441 einverstanden und verspricht, mit den Uno-Inspekteuren zusammenzuarbeiten.
8. November - Sicherheitsrat beschließt Resolution 1441Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen beschließt die von den USA und Großbritannien eingebrachte Resolution 1441. Darin werden Irak "ernste Konsequenzen" für den Fall angedroht, dass es seine Waffenprogramme nicht vollständig offenlegt und seine Bestände vernichtet.
11. Oktober - Parlament gibt Bush KriegsvollmachtDer US-Kongress ermächtigt Präsident George W. Bush mit großer Mehrheit, einen Militärschlag gegen Irak auszuführen.
3. August - Rot-Grün legt sich auf Kriegsgegnerschaft festBundeskanzler Gerhard Schröder und Außenminister Joschka Fischer beziehen deutlich Position gegen einen Angriff auf Irak. Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Hannover sagt Schröder, seine Regierung stehe für Abenteuer nicht zur Verfügung.
29. Januar - Bush brandmarkt "Achse des Bösen"In seiner Rede zur Lage der Nation sagt US-Präsident George W. Bush, zusammen mit Iran und Nordkorea bilde Irak eine "Achse des Bösen".
2001
11. September - Al-Kaida verübt Anschläge in New York und WashingtonNach den Terror-Angriffen auf New York und Washington erklärt die US-Regierung nicht nur das Terror-Netz al-Kaida zum Gegner, sondern auch Irak.
  • FTD.de, 22.03.2003
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