12. September 2006:
Die "Regensburger Rede" des Papstes führt zu einem Entrüstungssturm in der islamischen Welt. Der Papst hatte aus einem Disput aus dem 14. Jahrhundert zitiert, in dem es heißt, Mohammed habe der Welt "nur Schlechtes und Inhumanes" gebracht.
27. Juni 2007:
Als Zugeständnis an die Traditionalisten ebnet der Papst den Weg für Gottesdienste im traditionellen Ritus und hebt damit rund 40 Jahre alte Beschränkungen auf. In der "tridentinischen Messe" spricht der Priester Latein und wendet der Gemeinde den Rücken zu. Mit seinem Schritt weckt der Papst Befürchtungen, er wolle auch andere Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils von 1965 rückgängig machen.
10. Juli 2007:
Der Vatikan bekräftigt den Anspruch der Katholischen Kirche als einzig wahre Kirche und löst damit einen Sturm der Entrüstung aus. Andere christliche Vereinigungen wie die Protestanten seien "keine Kirchen im eigentlichen Sinn", heißt es in einem von Benedikt ausdrücklich gebilligten Dokument.
5. Februar 2008:
Der Papst führt eine Sonderform der umstrittenen Karfreitagsfürbitte ein. Darin heißt es übersetzt: "Lasst uns auch beten für die Juden, auf dass Gott, unser Herr, ihre Herzen erleuchte, damit sie Jesus Christus als den Retter aller Menschen erkennen." Nach Ansicht von Kritikern wird damit - zumindest indirekt - zur Missionierung der Juden aufgerufen. Eine schärfere Form der Fürbitte, in der von "treulosen" und "verblendeten" Juden die Rede gewesen war, hatte das Verhältnis zwischen den Religionen jahrhundertelang schwer belastet.
24. Januar 2009:
Nach über 20 Jahren hebt Papst Benedikt die Exkommunizierung von vier Bischöfen der traditionalistischen Piusbrüderschaft des ultrakonservativen französischen Erzbischofs Marcel Lefebvre auf. Unter ihnen ist auch der britische Bischof Richard Williamson, der den Holocaust leugnet.